S-Bahn Berlin GmbH hält Zusage nicht ein

Ohne Bahnsteigaufsicht keine Zugzielanzeiger

Der Abzug der Bahnsteigaufsichten von den Berliner S-Bahnhöfen werde keine gravierenden Auswirkungen auf die Fahrgäste haben, versprach die S-Bahn GmbH. Am S-Bahnhof Savignyplatz ist seit Monaten das Gegenteil zu beobachten. Und nicht nur dort...

Foto: Marc Heller
Zugzielanzeiger am S-Bahnhof Savignyplatz. Hier bewegt sich nichts. Der Informationsgehalt entspricht dem eines brandenburgischen Dorfbahnhofs mit dem Schild: Züge Richtung Berlin. Foto: Fotograf

Mit dem Abzug des Bahnhofspersonals endete auf dem S-Bahnhof Savignyplatz auch die Bedienung des elektronischen Zugzielanzeigers. Insbesondere für die hier zahlreich einsteigenden Touristen, aber auch für Gelegenheitsfahrgäste ist nicht mehr erkennbar, ob und wann zum Beispiel eine S-Bahn nach Potsdam, zum Fernbahnhof Berlin-Spandau oder zum Flughafen Schönefeld fährt.

Zusätzlich verwirrend ist, dass in beiden Richtungen ohne erkennbare Logik einmal die Liniennummer S5 und einmal S9 statisch angezeigt werden.

Auf etlichen Bahnhöfen treten solche Probleme auf, z. B. in Heiligensee und Schulzendorf. Hier steht der Zugzielanzeiger konstant auf „Ansage beachten“. Eine Ansage kommt aber erst aus dem Zuglautsprecher und lautet nur „Hennigsdorf zurückbleiben bitte“.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB, der die personalfreien Bahnhöfe weiterhin für eine Fehlentwicklung hält, erwartet, dass die S-Bahn GmbH wenigstens ihre einstige Zusage einlöst, das Bahnhofspersonal auf einem Bahnsteig erst abzuziehen, wenn eine Notrufsäule und ein Zugzielanzeiger vorhanden sind – und funktionieren.

IGEB S-Bahn und Regionalverkehr

aus SIGNAL 6/2007 (Dezember 2007/Januar 2008), Seite 16

 

 

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