Fahrgastsprechtage 2025
Am 22. Oktober 2025 hatte der Berliner Fahrgastverband IGEB zum diesjährigen Sprechtag für S-Bahn-Fahrgäste in die bekannten Räume der Deutschen Bahn am Berliner Nordbahnhof geladen. Karsten Preißel, Geschäftsführer Produktion, und Jörg Mühling, Leiter Fahrgastmarketing, informierten die etwa 120 Teilnehmer über das aktuelle Geschehen und standen mit ihrem Team wie üblich den Fragenden aus dem Publikum Rede und Antwort. S-Bahn-Chef Peter Buchner, der die letzten 16 Jahre dabei war, konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Er ist 13 Tage nach dem Sprechtag leider verstorben.
22. Dez 2025
Die Betriebsqualität bleibt trotz verstärkter Anstrengungen bei der Berliner S-Bahn unbefriedigend. Die Pünktlichkeit liegt im Jahr 2025 nahezu durchgehend unter den Werten des Vorjahres und erreichte bis einschließlich September einen durchschnittlichen Wert von 92,9 Prozent gegenüber 93,9 Prozent im Vorjahr. Das vierte Quartal 2024 brachte keine Verbesserung mehr, am Ende wurden 93,8 Prozent im Durchschnitt erreicht. Auch die Quote der operativen Zugausausfall-Kilometer liegt mit 5,28 Prozent deutlich über dem Vorjahr, auch streikbereinigt ist jeder einzelne Monat in diesem Jahr schlechter. Im Jahr 2024 lag der Wert bei 4,4 Prozent.
Haupttreiber für die operativen Zugausfälle 2025 sind ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ca. 14 Prozent höheres Störgeschehen, insbesondere im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik (LST), die Auswirkungen von Sperrung und Abriss der Autobahnbrücken der westlichen Stadtautobahn A100, außerplanmäßige Verlängerungen von Bauarbeiten (z. B. auf der Stadtbahn), die Auswirkungen der Sturmtiefs im Juni sowie Einzelereignisse. Täglich gibt es ca. 130 Störungen im Netz. Im Jahr 2019 lag diese Zahl noch bei 80 bis 90. Um die Störungen besser in den Griff zu bekommen, werden in der Leitstelle zwei zusätzliche Arbeitsplätze eingerichtet.
Für das Jahr 2025 wird ein Ausfall von 500 000 Fahrplan-Kilometern prognostiziert. Erfreulicherweise sind die Auswirkungen der Fahrzeugstörungen deutlich gesunken.
Im Rahmen der Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS wurden seit 2015 inzwischen über 1000 Triebfahrzeugführer ausgebildet. Die Schaffung neuer Räumlichkeiten, die Besetzung neuer Trainerstellen, die Beschaffung von Fahrtrainern und die Digitalisierungsstrategie sorgten für eine inzwischen stabile Ausbildung. Mit den Jahren ist auch die Erfolgsquote gestiegen. Im ersten Halbjahr wurden 68 Prozent erreicht. Zum Start lag sie bei 60 Prozent.
Das seit 2023 laufende Roll-Out der Zug-Info-Monitore (ZIM) geht weiter. 2024 wurden insgesamt 248 ZIM installiert, 2025 sind insgesamt 219 ZIM auf 33 Stationen geplant. Die Probleme mit den ZIM sind bekannt. Zum einen besteht Hoffnung auf weitere Lieferanten und zum anderen auf eine bessere Unterstützung durch DB InfraGO, erst recht im Hinblick auf die neue Vorstandsvorsitzende des DB Konzerns Evelyn Palla und ihr Infrastrukturprogramm, um die defekten ZIM schneller austauschen zu können.
Die DB InfraGO fokussiert sich seit dem Sommer 2025 auf die Stabilisierung der Verkehre auf kritischen Strecken mit hoher LST-Störanfälligkeit. Eine dieser kritischen Strecken ist die Stadtbahn, die zuletzt stark von Störungen an den veralteten Gleisfreimeldeanlagen betroffen war. Durch systematische und langfristige Messungen der Anlagen sollen kontinuierlich Hinweise auf die Störungsursachen gewonnen werden.
Darüber hinaus werden gezielte präventive Erneuerungen von Kabeln, Verteilerschränken und elektronischen Baugruppen durchgeführt. Des Weiteren sind zusätzliche Reinigungen von technischen Komponenten an besonders störungsanfälligen Signalen vorgesehen. In Birkenwerder soll die Anzahl der Störungen im ESTW-Bereich mit dem Tausch gegen besser elektro-magnetisch abgeschirmte Kabel reduziert werden.
Zur Verbesserung der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge werden fortlaufend weitere Maßnahmen umgesetzt, deren Wirksamkeit auch fortlaufend geprüft werden. Dies sind unter anderem die Weiterentwicklung der Entstör-Teams und deren organisatorische Verankerung in der betriebsnahen Instandhaltung, die Umbeheimatung der Fahrzeuge der S 25 und S 26 von Wannsee nach Grünau, um alle 3/4-Züge in einem Werk zu bündeln, der Einsatz von Zugprüfer- Triebfahrzeugführer-Tandems zur Stärkung der mobilen Instandhaltung, um die Anzahl außerplanmäßiger Werkstattzuführungen [...]
Dieser Artikel ist im Internet nicht komplett verfügbar. Sie finden ihn aber im aktuellen SIGNAL, erhältlich in vielen Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen.
Jens Fleischmann
aus SIGNAL 6/2025 (Dezember 2025 / Januar 2026), Seite 10-13