Fernverkehr

Fernverkehr 2026: Mehr internationale Verbindungen und mehr Sprinter

Einschränkungen auf Fernverkehrslinien in der Fläche


IGEB Fernverkehr und Deutscher Bahnkunden-Verband e. V.

22. Dez 2025

Auch das Angebot internationaler Verbindungen wurde zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 weiter ausgebaut und damit attraktiver. Robert Ohler (DB Fernverkehr AG, Angebotskommunikation und Stakeholdermanagement) erläuterte am 27. Oktober 2025 anlässlich der 42. Deutschen Schienenverkehrs-Wochen ausführlich die Neuerungen für den Fernverkehrs-Fahrplan 2026. Foto: Christian Schultz (Frankfurt (Main) Hauptbahnhof)

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 wurden im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) schwerpunktmäßig auf internationalen Relationen wiederum sehr Verbesserungen bzw. Angebotsausweitungen realisiert. Damit wird erfreulicherweise der anhaltend positiven Nachfrageentwicklung Rechnung getragen. Gleiches gilt für die Ausweitung des innerdeutschen ICE-Sprinterangebots.

Für 21 Städte wird nunmehr auch ein (stellenweise jedoch nur angenäherter) Halbstundentakt im Fernverkehr angeboten, was durch entsprechende zeitliche Verschiebungen realisiert werden konnte. Das Streckennetz mit diesem Takt-Angebot wächst von rund 900 Kilometer auf 2300 Kilometer. Mit dem Ziel, die Fahrplanstabilität des Fernverkehrsangebots zu verbessern, wurden auf vielen ICE-Linien Start- bzw. Zielbahnhöfe und Zwischenhalte systematisiert bzw. vereinheitlicht. Auch sollen möglichst alle Fahrten der einzelnen Linien jeweils mit derselben ICE-Baureihe erfolgen. Außerdem wird auf Flügelzugkonzepte verzichtet. Diese ermöglichen zwar vergleichsweise mehr Direktverbindungen, haben sich in der Vergangenheit jedoch als sehr verspätungsanfällig erwiesen.

Unerfreuliche Einschränkungen des Fernverkehrsangebotes wurden dagegen u. a. in der Relation Nürnberg—Saalfeld— Jena—Leipzig vorgenommen. Für Züge der ICE-Linie 50 Wiesbaden—Frankfurt (Main)—Dresden ist der Halt in Riesa weitgehend entfallen. Lübeck hat vorerst sämtliche Fernverbindungen verloren. Gleiches wird ab dem 21. September 2026 für Gera gelten. Für die Städte entlang der Ruhr- Siegstrecke (IC-Linie 34 Frankfurt (Main)— Siegen—Dortmund) steht dies im Laufe des Fahrplanjahres noch bevor. Ab Dezember 2026 ist hier jedoch ein Ersatz durch die Regionalexpress-Linie 34 geplant.

Auch die Anbindung von Potsdam Hauptbahnhof und Brandenburg Hauptbahnhof bleibt weiterhin unbefriedigend. Durch Führung einer der ICE-Linien der Relation Berlin— Nordrhein-Westfalen über Magdeburg Hauptbahnhof können benannte Städte mit einem Zweistundentakt deutlich besser in das Fernverkehrssystem eingebunden werden.

Nachfolgend sind die wesentlichen Fahrplanänderungen, jedoch auch Vorschläge zu weiteren Angebotsverbesserungen, erläutert:

ICE-Linie Berlin—Frankfurt (Main) (ICE-Sprinter, Linie 3; ehemals Linie 16)

Diese ICE-Sprinter-Linie verbindet Berlin und Frankfurt (Main) nonstop mit einer Fahrzeit von knapp 4,0 Stunden. Die drei Zugpaare, die nunmehr im 4-Stunden-Takt verkehren, nutzen ab/bis Fulda u. a. die Schnellfahrstrecke Hannover—Würzburg. Eines dieser Zugpaare wird auch weiterhin ab/bis Saarbrücken Hauptbahnhof durchgebunden.

Zwischen den Knoten Berlin und Frankfurt (Main) gibt es mit den entsprechenden Verbindungen via Erfurt Hauptbahnhof somit fast einen Einstundentakt mit ICE-Sprinter- Zügen. Mit dem Ziel der weiteren Systematisierung des Angebots sollten speziell in benannter Relation die verbliebenen Taktlücken geschlossen und damit der Einstundentakt als ICE-Sprinter-Verbindung realisiert werden.

Die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn am 11. Dezember 2025 ermöglichte auch die Beschleunigung der Railjet-Züge in bzw. aus Richtung Prag. Nach Abschluss der Generalsanierung der Strecke Berlin—Hamburg wird es durchgehende Verbindungen ab/bis Kopenhagen geben. Foto: Christian Schultz (Bahnhof Blankenfelde)

ICE-Linie Hamburg—Hannover—Frankfurt (Main) (ICE-Sprinter, Linie 4)

Auf dieser Sprinter-Linie verkehren nunmehr vier Zugpaare statt lediglich ein Zugpaar, die eine attraktive Fahrzeit zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Frankfurt (Main) Hauptbahnhof von 3:35 Stunden bieten. Ein Zugpaar verkehrt ab/bis Flensburg bzw. saisonal ab/bis Padborg.

ICE-Linie Berlin—Nürnberg—Stuttgart (ICE-Sprinter, Linie 6)

Das neue Sprinter-Zugpaar dieser Linie verkehrt in der Relation Berlin Hauptbahnhof— Stuttgart Hauptbahnhof mit einer attraktiven Fahrzeit von lediglich 4:45 Stunden und ist damit rund eine Stunde schneller als die ICE-Linie 11 mit dem Laufweg über Frankfurt (Main) und Mannheim. Eine [...]

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IGEB Fernverkehr und Deutscher Bahnkunden-Verband e. V.

aus SIGNAL 6/2025 (Dezember 2025 / Januar 2026), Seite 20-23