Wunder dauern etwas länger

Nach 20 Jahren hat Bau für S-Bhf Kolonnenstraße begonnen

Kolonnenstr
Noch kein S-Bahnhalt, aber schon mal eine Langsamfahrstelle: Bagger sind aufgefahren, um den Bahnsteig des einstigen Bahnhofs Kolonnenstraße abzutragen. Wenn nichts dazwischen kommt, können am 30. April 2008 die Fahrgäste den Eröffnungszug besteigen. Sie warten darauf bereits seit 1987. Foto: Florian Müller, 23. Mai 2007

Wer hatte daran noch geglaubt: Ein halbes Jahr nach dem offiziellen Spatenstich haben nun tatsächlich die Bauarbeiten für den seit zwei Jahrzehnten versprochenen S-Bahnhof Kolonnenstraße an der Wannseebahn S 1 begonnen! Zunächst wird Baufreiheit für den neuen Bahnhof geschaffen. Dazu wird der alte Bahnsteig, der seit 1944 außer Betrieb ist, abgetragen.

Für den Chronisten: Offizieller Baubeginn war am 30. April 2007. Für den Fahrgast: Die Inbetriebnahme soll genau ein Jahr später am 30. April 2008 erfolgen.

Im Juni beginnt der Abriss der Fußgängerbrücke, ab Mitte Juli soll mit dem Bau des Fertigteilbahnsteigs begonnen werden. Im September werden die Zugangsbauwerke und im Oktober die neue Fußgängerbrücke gebaut.

Der neue S-Bahnhof erhält zwei Seitenbahnsteige aus Betonfertigteilen. Er liegt nördlich sowie unterhalb der Julius-Leber- Brücke, die gleichzeitig als Überdachung dient. Es wird vier Treppen und zwei Aufzüge von der Brücke zu den Bahnsteigen geben. Senat und Bahn wollen diese Station besonders behindertenfreundlich ausstatten, zum Beispiel mit Infosäulen, die durch Klopfgeräusche akustisch auf sich aufmerksam machen, einen tastbaren Lageplan sowie niedrige Sitze für Kleinwüchsige und Kinder.

Der Haltepunkt erhält den reichlich sperrigen Namen „Julius-Leber-Brücke (Kolonnenstraße)“ (s. SIGNAL 6/2006 und 1/2007). Die Bushaltestellen werden auf die Brücke direkt vor die Bahnhofszugänge verlegt. Die Bahn erwartet 17 000 Ein- und Aussteiger täglich.

DB Station&Service als Bauherr ist zuversichtlich, dieses Mal den Eröffnungstermin einzuhalten. (fm)

IGEB S-Bahn und Regionalverkehr

aus SIGNAL 3/2007 (Juni/Juli 2007), Seite 19

 

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