Zurechtgerückt:

BVG-Änderungen zum kleinen Fahrplanwechsel am 29. Mai

Diesmal wurden nur kleine Änderungen am Netz durchgeführt. Jedoch haben es einige davon in sich...

Plan Linien 123 und 245
Änderungen beim 245er: Im gepunkteten Abschnitt zwischen U-Bahnhof Turmstraße und Hauptbahnhof wird werktags abends und am Wochenende nur noch ein 20- statt ein 10-Minutentakt angeboten. In diesem Zeitraum gehen die Wagen des 123ers am Hbf auf den 245er über, so dass damit zwischen Nordbahnhof und Hbf ein 10-Minutentakt bestehen bleibt. Eine ziemlich verwirrende Lösung für die Fahrgäste. Plan: BVG

Im Gegensatz zu den sehr umfangreichen Liniennetzänderungen der beiden vergangenen Jahre fielen diese zum kleinen Fahrplanwechsel 2007 sehr übersichtlich aus.

Eine Phase der Konsolidierung ist auch dringend nötig, um Kontinuität im Liniennetz und bessere Stabilität im Fahrplangefüge zu erreichen. Wichtigste Änderung im Berliner Nahverkehr war ohne Zweifel die Inbetriebnahme der Straßenbahnneubaustrecke Alex II, welche nach jahrelangen Verzögerungen allerdings erst am 30. Mai in Betrieb genommen wurde. Aber auch im Nachtliniennetz gab es einige nicht unwichtige Liniennetzänderungen, so dass unverständlich ist, warum es zum kleinen Fahrplanwechsel keinen Nachtrag zum VBB-Kursbuch gab. Lediglich die S-Bahn glänzte wieder mit einem neuen kostenlosen Fahrplanheft.

Straßenbahn zum Alex

Die Straßenbahnlinie (SL) M 2 fährt nun endlich den direkten Weg zum Alexanderplatz über die Karl-Liebknecht- Straße mit einer Stumpfendstelle in der Dircksenstraße. (s. Seite 5) Die Umwegfahrt über U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz und die Alte und Neue Schönhauser Straße zum Hackeschen Markt ist entfallen. Die Fahrgäste aus der Prenzlauer Allee erreichen dadurch nicht nur den Alexanderplatz nach 40 Jahren wieder direkt, sondern vor allem erreichen sie wesentlich schneller und bequemer die hier verkehrenden Regional-, S- und U-Bahnlinien. Dementsprechend ist auch ein erheblicher Fahrgastzuwachs zu erwarten. Dennoch blieb die Taktfolge von 6/7/7 Minuten im Berufsverkehr und ansonsten 10 Minuten entgegen früheren Planungen unverändert.

Pankow

Eine weitere Änderung gab es am nördlichen Ende der SL M 2. Entgegen der seit einem Jahr üblichen Regel, dass Metrolinien grundsätzlich im 24-Stunden-Betrieb verkehren, endet die M 2 im Nachtverkehr jetzt bereits an der Kehrschleife Am Steinberg. Den nördlichen Abschnitt nach Heinersdorf übernahm die dorthin verlängerte Omnibuslinie (OL) N 58. Aufgrund des geringen Fahrgastaufkommens ist diese Maßnahme zwar nachvollziehbar, aber ärgerlich ist, dass die OL N 58 zwei Haltestellen vor Erreichen der Weißenseer Spitze endet, wo ein wichtiger Umsteigepunkt zur auch nachts hier verkehrenden SL M 13 besteht.

Gerade im Nachtverkehr ist jeder zusätzliche Umsteigezwang für die Fahrgäste ein erheblicher Negativfaktor für die Benutzung des ÖPNV. Deshalb sollte die OL N 58 kurzfristig bis zur Weißenseer Spitze verlängert werden, was nach unserer Einschätzung ohne zusätzlichen Wagenumlauf möglich wäre.

Moabit

Kompliziert ist eine vermeintlich kaum wahrnehmbare Änderung in Moabit. Die OL 245 wurde werktags morgens für eine halbe Stunde (!) zwischen Zoo und Franklinstraße verstärkt (Uni-Verstärker). Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Es entfielen die Verstärkerfahrten zwischen U-Bahnhof Turmstraße und S-Bahnhof Nordbahnhof abends ab ca. 20.30 Uhr sowie sonnabends und sonntags ganztägig.

Um aber wenigstens auf dem 245er-Abschnitt zwischen Nordbahnhof und Hauptbahnhof, wo eigentlich längst die SL M 10 fahren sollte, ganztägig einen 10-Minuten- Takt anzubieten, werden während dieser Zeiten die Busse der OL 123 am Hauptbahnhof in OL 245 umgeschildert und bis zum S-Bahnhof Nordbahnhof verlängert. Es verbleibt jedoch der Abschnitt zwischen U-Bahnhof Turmstraße und Hauptbahnhof, auf dem zu diesen Zeiten eine Halbierung der Taktdichte auf 20 Minuten erfolgte. Mindestens sonnabends würde das Verkehrsaufkommen hier einen 10-Minuten- Takt rechtfertigen, zumal die parallel verkehrende Flughafenlinie TXL aufgrund der Fahrplanlage keine reale Taktverdichtung bewirkt. Deshalb ist eine Abstimmung der Fahrplanlage auf einen ungefähren 10-Minutentakt zwischen Hauptbahnhof und U-Bahnhof Turmstraße wünschenswert. Zudem sollte der TXL wieder an der Haltestelle Alt-Moabit/Rathenower Straße halten, um die Halbierung der Bedienhäufigkeit wenigstens etwas abzumildern. Immerhin war erst vor einem Jahr dieser Halt auf dem TXL gestrichen worden mit der Begründung, der 245er führe ja jetzt immer alle 10 Minuten. Das tut er nun eben nicht mehr.

Marzahn

Eine weitere Änderung gab es in Marzahn. Die OL 191 teilt sich in die bisherige OL 191 und die „neue“ OL 291. Der 291er bindet während der Geschäftsöffnungszeiten das Einkaufszentrum Poelchaustraße an den Busverkehr an. Es ist noch gar nicht lange her, da fuhr dort der 195er. Das ist aber Geschichte, denn der fährt zwischenzeitlich gänzlich anders. Der besseren Flächenerschließung steht als wesentlicher Nachteil der neuen Lösung gegenüber, dass jetzt in der Bruno-Baum-Straße durch die Linienteilung statt des bisherigen 10- Minutentaktes nur ein 20-Minutentakt angeboten wird.

Steglitz

An anderen Stellen wurde wieder mal gespart: Auf der OL 284 wird der Abschnitt zwischen S-Bahnhof Lankwitz und Rathaus Steglitz nun erst ab 8.30 Uhr bedient. Regionalbahn- Fahrgäste erreichen somit vom Haltepunkt Lichterfelde Ost das Rathaus Steglitz als wichtigsten Umsteigeknoten im Südwesten Berlins und die Steglitzer Schloßstraße nun auch zu diesen Zeiten erst nach einem weiteren Umsteigevorgang.

Spandau

Die Aufgabe des Klinikbetriebes in der Spandauer Griesingerstraße führte zu einer Rücknahme der OL 130 zum Waldkrankenhaus. Bleibt zu hoffen, dass die BVG auch im Falle einer Umnutzung und Wiedereröffnung des Standortes genau so schnell reagiert, wie jetzt bei der Einstellung.

Nachtverkehr

Neben der oben genannten Veränderung im Nachtverkehr der SL M 2 gab es nachts noch einige weitere Änderungen, die überwiegend positiv zu bewerten sind: Dies gilt insbesondere für die Maßnahmen auf den OL N 39/N 23 und N 56, die zur besseren Orientierung dem Tagesliniennetz entsprechen, ohne dass ein Mehraufwand erforderlich wird. Deutliche Veränderungen gab es nachts im Raum Marienfelde/Lichtenrade, wo die verlängerte OL N 81 den südlichen Abschnitt der OL N 79 übernahm. Die Wohnsiedlung an der Nahariyastraße ist dadurch jetzt direkt an das Nachtliniennetz angeschlossen.

IGEB Stadtverkehr

aus SIGNAL 3/2007 (Juni/Juli 2007), Seite 15

 

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