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Schwarzfahren ist vorprogrammiert

Tarifbezeichnung „Berlin” ersetzt „Berlin Stadtbahn”

Seit dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 gibt es die bislang übliche Tarifbezeichnung „Berlin Stadtbahn" nicht mehr. Stattdessen werden Bahnfahrkarten in die deutsche Hauptstadt nur noch mit der Zielangabe „Berlin" ausgestellt, was bei vielen Reisenden zu Missverständnissen führt.

Anlass für die Änderung war die Inbetriebnahme der neuen Nord-Süd-Strecke durch den Tiergartentunnel mit den neuen Fernbahnhöfen Südkreuz und Gesundbrunnen. Eine Fahrkarte des Fernverkehrs mit der Zielangabe „Berlin" gilt jetzt für Anschlussfahrten von und zu allen Halten der S- bzw. Regionalbahn auf Stadtbahn, Ringbahn, Nord-Süd-S-Bahn und auf der neuen Nord-Süd-Strecke Gesundbrunnen—Hauptbahnhof—Südkreuz. Zusätzlich ist der außerhalb des Rings gelegene Bahnhof Lichtenberg (wie bisher) einbezogen.

Die neue Tarifbezeichnung „Berlin" ist trotz des erweiterten Geltungsbereichs sehr unbefriedigend und führt speziell bei Touristen und Gelegenheitsfahrern zu Verwirrung, denn die Fernbahnhöfe Spandau und Wannsee liegen schließlich auch in Berlin. Welch kuriose Situationen entstehen können, die aus Bahnkunden unfreiwillige Schwarzfahrer machen, soll folgendes Beispiel zeigen: Ein Reisender von Berlin-Charlottenburg nach Hannover hat eine Fahrkarte von Berlin nach Hannover erworben. Er stellt fest, dass es für ihn günstiger ist, mit der S-Bahn nicht zum Hauptbahnhof zu fahren, sondern nach Berlin-Spandau. Und schon ist er im Abschnitt zwischen Westkreuz und Spandau ein Schwarzfahrer.

In der Vergangenheit hat sich wiederholt gezeigt, dass eine Vereinfachung des Tarifsystems hilft, Unsicherheit und Ärger bei den Bahnkunden zu vermeiden. Weiterhin können Verkaufsabläufe durch einfache Regelungen deutlich beschleunigt und Auskünfte zuverlässiger werden. Auch im vorliegenden Fall muss die Bahn eine Vereinfachung vornehmen, indem die Zielangabe „Berlin" auf einer Fahrkarte dem Wortlaut entsprechend in ganz Berlin gilt - einschließlich des Bahnhofs Berlin-Schönefeld Flughafen. Nur durch eine solche vergleichsweise kundenfreundliche Lösung kann die Zahl der unfreiwilligen Schwarzfahrer gering gehalten werden. Einschränkungen sind ohnehin bereits dadurch gegeben, dass die beschriebene Regelung bei der BVG keine Gültigkeit hat.

IGEB Fernverkehr

aus SIGNAL 3/2006 (Juni/Juli 2006), Seite 7

 

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