Bayern:

„Fahrtziel Natur“ mit der Bahn

So betitelte der Nordbayerische Kurier – die Regionalzeitung für das Fichtelgebirge – seinen Bericht über eine Pressekonferenz der Tourismus- und Marketing-GmbH Ochsenkopf am 17. Dezember 2007 im Rathaus Warmensteinach. „Wir müssen die Bahn haben, wenn bei uns wieder etwas vorangehen soll“, hatte Bürgermeister Reinhold Jaresch dabei gefordert...

Schild
Am Bahnhof Weidenberg. Seit Januar 2007 werben die Plakate des Fördervereins für die Verlängerung der Fichtelgebirgsbahn von Weidenberg bis Warmensteinach. Foto: Uwe-Bernd Vogel

Derart eindeutige Bekenntnisse hatte die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) als Eigentümerin der Fichtelgebirgsbahn Bayreuth — Weidenberg — Warmensteinach in der Vergangenheit häufig vermisst. Auch deshalb war es zunächst nur zur Wiederinbetriebnahme des unteren Streckenabschnitts von Bayreuth bis Weidenberg gekommen (siehe SIGNAL 1/2007). Die erfreuliche Inanspruchnahme der 15 täglichen Zugfahrten durch Reisende verursachte wohl jetzt das Umdenken in Warmensteinach.

Andreas Munder, Geschäftsführer der Tourismus- und Marketing-GmbH Ochsenkopf, artikulierte für alle vier umliegenden Ochsenkopfgemeinden sowie den Kreisverband des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands die Forderung nach einer Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie bis Warmensteinach. Die touristischen Interessenvertreter versprechen sich dadurch sowohl eine Belebung des für das Fichtelgebirge lebensnotwendigen Fremdenverkehrs als auch ein Vermarktungspotenzial durch den Multiplikator Deutsche Bahn.

Grundlage für einen Zuschussantrag nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr. Dieses hatte den Streckenabschnitt Bayreuth— Weidenberg zu 100 Prozent gefördert. Während der Pressekonferenz bat Uwe- Bernd Vogel von der Deutschen Regionaleisenbahn die anwesenden Landtagsabgeordneten Brendel-Fischer (CSU) und Hoderlein (SPD) um Unterstützung dieser für die Region wichtigen Infrastrukturmaßnahme. Beide sagten zu.

Insgesamt kann der Gesinnungswandel als Ergebnis der erfolgreichen Arbeit des DBV-Fördervereins Fichtelgebirgsbahn e. V. unter seinem Vorsitzenden Frank Hauschild verbucht werden. Zuletzt hatte man während der DBV-Schienenverkehrswochen am 3. Oktober 2007 mit Zugsonderfahrten Bayreuth—Weidenberg—Mengersreuth bewiesen, dass ein Großteil der derzeit noch brachliegenden Strecke mit einfachsten Mitteln wieder befahrbar werden kann. Mit der „halben Bahn“ ist keiner so recht zufrieden.

DBV-Förderverein Fichtelgebirgsbahn

aus SIGNAL 1/2008 (Februar/März 2008), Seite 16

 

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