Der Bahnhofsvorsteher informiert:

Gruppenreisen werden teurer

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 gibt es nicht nur offensichtliche, sondern auch verdeckte Tariferhöhungen, indem die Deutsche Bahn Änderungen in der Tarifstruktur für Gruppenreisen vornimmt.

Die erste Änderung betrifft das Reservierungsentgelt. Bisher wurden pauschal Gruppenreservierungsentgelte in Höhe von 24 Euro (2. Klasse) bzw. 30 Euro (1. Klasse) für einen Zug berechnet. Die Reservierung in einem Anschlusszug war und ist weiterhin entgeltfrei. Die Beträge berechneten sich aus der Anzahl der Mindestteilnehmerzahl einer Gruppenreise von sechs Personen multipliziert mit dem Reservierungsentgelt von 4 Euro in der 2. Klasse und 5 Euro in der 1. Klasse. Jede weitere Person der Gruppe war entgeltfrei in dieser Reservierungspauschale mit drin.

Nun wird ab 13. Dezember ein Reservierungsentgelt pro Kopf einer Gruppe berechnet: 2 Euro in der 2. Klasse und 3 Euro in der 1. Klasse. Für kleine Gruppen bis 10 Personen wird es etwas günstiger, für größere Gruppen hingegen deutlich teurer. So zahlt zum Beispiel ein Jugendsportverein mit 30 Personen nunmehr bei einer Hinund Rückreise ein Reservierungsentgelt von 120 Euro statt 54 Euro (berechnet aus 2 Fahrten mal 6 Personen mal 4,50 Euro neues Einzelreservierungsentgelt ab 13. Dezember 2009).

Die zweite Änderung ist die Einführung neuer Rabattstufen bei den „Gruppe & Spar“-Fahrkarten. Bisher gab es Ermäßigungssätze von 70, 60 und 50 Prozent je nach Verfügbarkeit in Verbindungen mit Fernverkehrszügen. Bei Fahrten ausschließlich in Nahverkehrszügen gab und gibt es weiterhin nur 50 Prozent Rabatt – ausgenommen innerhalb von Verkehrsverbünden, wo nur der Verbundtarif gilt.

Neu hinzu kommen nun die Rabattstufen 40 und 30 Prozent. Es wäre an sich nicht schlecht, wenn diese Gruppenkontingente tatsächlich zusätzlich zu den vorhandenen begrenzten Angeboten erhältlich wären. Doch nach den bisherigen Erfahrungen sieht der Berliner Fahrgastverband IGEB die Gefahr, dass die Menge der höheren Rabatte stetig verringert wird und somit eine schleichende Preiserhöhung stattfindet.

Berliner Fahrgastverband IGEB

aus SIGNAL 5/2009 (Dezember 2009), Seite 7

 

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