Nahverkehr

... und Frühaufsteher werden fluchen

Der geplante spätere Betriebsbeginn für die Tagesverkehrs-Linien der BVG bedeutet für die IGEB ein weiteres Eigentor der Verkehrspolitik. Wenn diese Planungen realisiert werden, setzt der Tagesverkehr an Samstagen gegen 5.00 Uhr (eine Stunde später) ein, an Sonntagen etwa 6.00 Uhr (zwei Stunden).

Hintergrund ist die Tatsache, daß die dramatische Finanzsituation der BVG nun auch einschneidend auf das Angebot durchschlägt. Angebotskürzungen werden jedoch nicht die erhofften Einsparungen bringen (siehe auch Artikel in diesem Heft, Seite 4). Sie werden zu weiter rückläufigen Fahrgastzahlen und zwangsläufig zu weniger Erlösen führen.

Denn das Nachtnetz bedient nur einen Teil der Haltestellen, viele Verkehrsrelationen werden entweder gar nicht, mit mehrmaligem Umsteigen, stundenlanger Wartezeit (der Takt bei den Bussen beträgt in der Innenstadt 30 Minuten) oder großen Umwegfahrten angeboten.

Bushaltestelle mit Bus und Fahrgästen beim Einsteigen.
Foto: Marc Heller

Bei den jetzt geplanten Angebotsverschlechterungen der BVG gab es keine Abstimmungen mit den anderen Verkehrsunternehmen, z. B. mit der S-Bahn. Entgegen der möglichen einsamen BVG-Entscheidung sind bei der S-Bahn Berlin GmbH keine derartigen Verschlechterungen geplant. Deshalb befürchtet die IGEB, daß sich diese BVG-Entscheidung negativ auf die Fahrgastzahlen der anderen Unternehmen auswirkt. Wer auch an Wochenenden früh zu Arbeit fahren muß, von dort kommt oder als Nachtschwärmer nach Hause fahren will, wird bestraft. Es liegt nun bei der Genehmigungsbehörde, diese Planungen zu verhindern!

IGEB, Abteilung Stadtverkehr

aus SIGNAL 3/1998 (Mai 1998), Seite 8

 

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