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Berliner S-Bahn wieder in den Kreis Zossen

31. August 1992: Zum vierten Mal in diesem Jahr konnte die Wiederinbetriebnahme eines Teilstückes der Berliner S-Bahn gefeiert werden. Nach dem Nord-Süd-Tunnel (1.3.), dem Abschnitt Berlin-Wannsee - Potsdam Stadt (1.4.) und der Nordbahn zwischen Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf (31.5.) wurde nun das Teilstück zwischen Berlin-Lichtenrade und Blankenfelde im Kreis Zossen fertiggestellt - ein wichtiger Tag für die Berliner S-Bahn! Keinen Anlaß zum Freuen bietet allerdings der Blick in die Zukunft.

S-bahnzug
Foto: M. Lange
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Berlin-Lichtenrade. Geschmückter S-Bahn-Sonderzug und Bahnsteig. Unverständlich ist, daß die BVG am Sonderzug wieder das Land Brandenburg vergaß´. Foto: M. Lange

Die S-Bahn-Wiederinbetriebnahme am 31. August war die vierte, aber auch die letzte in diesem Jahr. Ende 1993 oder wohl eher Anfang 1994 folgt noch die Wiederinbetriebnahme des Südringes zwischen Westend und Baumschulenweg - und dann? Die Pläne für Kremmener und Anhalter Bahn (Schönholz - Tegel sowie Priesterweg - Lichterfelde Ost) stehen weiterhin auf sehr wackligen Beinen, denn begonnen wurde entgegen allen Ankündigungen noch immer nicht. Und die Wiederinbetriebnahme einer von Berlin in das Land Brandenburg führenden Strecke ist nirgends in Sicht.

Auch der Rückblick auf die Bauarbeiten an der S2-Süd gibt keineswegs nur Anlaß zur Freude. Ursprünglich sollte die Wiederinbetriebnahme ja bereits ein Jahr früher erfolgen, danach wurde immerhin der 31. Mai in Aussicht gestellt. Daß die Berliner Senatsbauverwaltung angesichts solcher Verzögerung und angesichts der zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Senatsverwaltungen, dem brandenburgischen Verkehrsministerium und der DR "von sehr enger und sehr guter Kooperation" und von "kurzfristiger Wiederinbetriebnahme" spricht (siehe Landespressedienst-Auszug auf S. 5), das ist nur als Satire zu verstehen.

Fahrverlauf
Foto: M. Lange
Regionalzug
Bahnhof Mahlow. Abweichend vom planmäßigen Verkehr der R2 führte die Fahrt des Sonderzuges nur nach Rangsdorf und endete dann hier in Mahlow. Obwohl dieser Zug also (im Gegensatz zur S-Bahn) die Landesgrenze zu Berlin gar nicht überfuhr, hatte die DR beide Länder berücksichtigt. Foto: M. Lange

Keine Einwände gibt es gegen die nur eingleisige Ausführung der Strecke. Ein zweigleisiger Ausbau ist vorbereitet und kann jederzeit realisiert werden. Aber anders als bei der S-Bahn nach Potsdam ist auf dieser Umlandstrecke der 20-Minuten-Takt auf absehbare Zeit ausreichend. Umso unverständlicher ist die Geldverschwendung bei der Bahnüberführung über die Ortsumfahrung Mahlow, wo die zweite Brücke schon jetzt beschafft wurde.

Unbefriedigend ist die Umsteigesituation Blankenfelde zwischen der S-Bahn und der Regionalbahn nach Wünsdorf (R2), erfreulich dagegen die gute Fahrplananpassung der R2 an die S2. Deshalb war es nur folgerichtig, daß sich am 31. August an die Sonderfahrt mit der ersten S-Bahn eine Sonderfahrt mit der R2 anschloß.

IGEB

aus SIGNAL 2/1997 (September 1992), Seite 4

 

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