Schienenverkehrswochen 2002

Privatwirtschaftlicher Fernverkehr Konkurrenz oder Partner

Unter diesem Titel veranstaltete der Regionalverband Potsdam-Mittelmark am 19. September 2002 im Rahmen der diesjährigen Deutschen Schienenverkehrs-Wochen eine Diskussionsveranstaltung im Bahnhof Flughafen Schönefeld.

Als Gäste konnten Herr Ahlert (Bereich Kommunikation), Herr Ingolf Leuschel (Fahrplangestaltung, Reise und Touristik) von der DB AG sowie Hans Leister von Connex Regiobahn GmbH begrüßt werden. Auch der Präsident des DBV, Gerhard J . Curth, nahm an der Veranstaltung teil.

Podium
Das Podium zur Veranstaltung. Foto: Georg Radke

Einleitend wies der Vorsitzende des DBV-Regionalverbandes, Lutz Wagner, auf die Qualitätsverschlechterung durch wegfallende Interregio-Angebote hin. Auch die Anbindung der Landeshauptstädte Potsdam und Magdeburg an das übergeordnete Fernverkehrsnetz kann aus Sicht der Bahnkunden und des Bahnkunden-Verbandes überhaupt nicht befriedigen. Die hier entstehenden Lücken könnten, wie mit dem Interconnex woanders bereits geschehen, von Angeboten privater Eisenbahnverkehrs-Unternehmen geschlossen werden.

Die Vertreter der DB AG wiesen in der Diskussionsrunde auf die wirtschaftlichen Zwänge bei der Planung der Fernverkehrsleistungen hin. Die niedrigen Fahrgastzahlen auf bestimmten Relationen rechtfertigen dort derzeit kein Fernverkehrsangebot. Eine Veränderung dieser Situation verspricht man sich vom ab 15. Dezember 2002 geltenden neuen Preissystem.

Herr Leister wies darauf hin, dass Fernverkehr vor allem durch einfache und niedrige Tarife sowie durch kundenorientierte Halte anstatt durch die alleinige Konzentration auf Geschwindigkeit wirtschaftlich zu betreiben ist. Dies haben die bisherigen Erfahrungen mit dem InterConnex auf der Relation Gera - Rostock gezeigt.

Wie sich die Wirtschaftlichkeit allerdings bei der Einführung von Taktverkehren und den damit verbundenen höheren Trassenpreisen auswirkt, muss sich erst noch zeigen. Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen den Teilbereichen des DB-Konzerns und privaten Anbietern funktioniert, konnte keine eindeutige Antwort gefunden werden. Während die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene und bei der Bereitstellung von Trassen zufriedenstellend funktioniert, gibt es in den Fragen der gegenseitigen Tarifanerkennung, beim Verkauf von Fahrscheinen und der Überlassung von ausgemusterten Triebfahrzeugen erhebliche Konflikte.

Der Präsident des DBV, Gerhard J. Curth, forderte die Lösung dieser Probleme zum Wohle der Bahnkunden, denn ohne Wettbewerb auf der Schiene könne keine Stärkung des Schienenpersonenfernverkehrs erreicht werden. Ob diese Forderungen wie von den Vertretern der Eisenbahnverkehrs-Unternehmen versprochen, trotz aller Schwierigkeiten gelöst werden, wird der Bahnkundenverband weiter kritisch beobachten und begleiten.

DBV Potsdam-Mittelmark

aus SIGNAL 5/2002 (November 2002), Seite 16

 

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