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Aktuelle Performance und Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS
Die Betriebsqualität bleibt trotz verstärkter
Anstrengungen bei der Berliner S-Bahn
unbefriedigend. Die Pünktlichkeit liegt im
Jahr 2025 nahezu durchgehend unter den
Werten des Vorjahres und erreichte bis einschließlich
September einen durchschnittlichen
Wert von 92,9 Prozent gegenüber
93,9 Prozent im Vorjahr. Das vierte Quartal
2024 brachte keine Verbesserung mehr, am
Ende wurden 93,8 Prozent im Durchschnitt
erreicht. Auch die Quote der operativen
Zugausausfall-Kilometer liegt mit 5,28 Prozent
deutlich über dem Vorjahr, auch streikbereinigt
ist jeder einzelne Monat in diesem
Jahr schlechter. Im Jahr 2024 lag der Wert
bei 4,4 Prozent.
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| In der Mitte Karsten Preißel, Geschäftsführer Produktion, rechts Jörg Mühling, Leiter Fahrgastmarketing, links Christfried Tschepe, Berliner Fahrgastverband IGEB. Es war nach 16 Jahren der erste Sprechtag ohne S-Bahn-Chef Peter Buchner, aber die von ihm gesetzten Maßstäbe galten auch für diesen Abend: Faktenreiche und leidenschaftliche Berichterstattung, ohne die Probleme zu verschweigen. Foto: Florian Müller |
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Haupttreiber für die operativen Zugausfälle
2025 sind ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um ca. 14 Prozent höheres
Störgeschehen, insbesondere im Bereich
der Leit- und Sicherungstechnik (LST), die
Auswirkungen von Sperrung und Abriss der
Autobahnbrücken der westlichen Stadtautobahn
A100, außerplanmäßige Verlängerungen
von Bauarbeiten (z. B. auf der Stadtbahn),
die Auswirkungen der Sturmtiefs im
Juni sowie Einzelereignisse. Täglich gibt es
ca. 130 Störungen im Netz. Im Jahr 2019 lag
diese Zahl noch bei 80 bis 90. Um die Störungen
besser in den Griff zu bekommen,
werden in der Leitstelle zwei zusätzliche
Arbeitsplätze eingerichtet.
Für das Jahr 2025 wird ein Ausfall von
500 000 Fahrplan-Kilometern prognostiziert.
Erfreulicherweise sind die Auswirkungen
der Fahrzeugstörungen deutlich gesunken.
Im Rahmen der Qualitätsoffensive S-Bahn
PLUS wurden seit 2015 inzwischen über
1000 Triebfahrzeugführer ausgebildet. Die
Schaffung neuer Räumlichkeiten, die Besetzung
neuer Trainerstellen, die Beschaffung
von Fahrtrainern und die Digitalisierungsstrategie
sorgten für eine inzwischen stabile
Ausbildung. Mit den Jahren ist auch die
Erfolgsquote gestiegen. Im ersten Halbjahr
wurden 68 Prozent erreicht. Zum Start lag
sie bei 60 Prozent.
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| Auf den Bahnsteigen der S-Bahn werden nach und nach neue LED Anzeiger aufgehängt. flacher und pixeliger, aber leuchtstärker. Durch die flachere Bauform werden nur noch zwei statt drei (im Einfahrmodus, oben) bzw. vier statt fünf Züge (unten) angekündigt. (hier S-Bf Nöldnerplatz) Fotos: Florian Müller |
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| Die seit zwei Jahren ausgerollten ZIM Anzeiger: Höhere Bauform, aber bei Sonneneinstrahlung nicht gut lesbar und bereits mit Ausfallerscheinungen. Die Auslastungsanzeige „Lightgate“ funktioniert recht zuverlässig. (hier S-Bf Friedrichstraße und S-Bf Lichtenberg) Fotos: Florian Müller |
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Das seit 2023 laufende Roll-Out der Zug-Info-Monitore (ZIM) geht weiter. 2024 wurden
insgesamt 248 ZIM installiert, 2025 sind
insgesamt 219 ZIM auf 33 Stationen geplant.
Die Probleme mit den ZIM sind bekannt.
Zum einen besteht Hoffnung auf weitere
Lieferanten und zum anderen auf eine bessere
Unterstützung durch DB InfraGO, erst
recht im Hinblick auf die neue Vorstandsvorsitzende
des DB Konzerns Evelyn Palla und
ihr Infrastrukturprogramm, um die defekten
ZIM schneller austauschen zu können.
Die DB InfraGO fokussiert sich seit dem
Sommer 2025 auf die Stabilisierung der
Verkehre auf kritischen Strecken mit hoher
LST-Störanfälligkeit. Eine dieser kritischen
Strecken ist die Stadtbahn, die zuletzt
stark von Störungen an den veralteten Gleisfreimeldeanlagen
betroffen war. Durch systematische
und langfristige Messungen der
Anlagen sollen kontinuierlich Hinweise auf
die Störungsursachen gewonnen werden.
Darüber hinaus werden gezielte präventive
Erneuerungen von Kabeln, Verteilerschränken
und elektronischen Baugruppen
durchgeführt. Des Weiteren sind zusätzliche
Reinigungen von technischen Komponenten
an besonders störungsanfälligen Signalen
vorgesehen. In Birkenwerder soll die
Anzahl der Störungen im ESTW-Bereich mit
dem Tausch gegen besser elektro-magnetisch
abgeschirmte Kabel reduziert werden.
Fahrzeuge
Zur Verbesserung der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit
der Fahrzeuge werden fortlaufend
weitere Maßnahmen umgesetzt, deren
Wirksamkeit auch fortlaufend geprüft werden.
Dies sind unter anderem die Weiterentwicklung
der Entstör-Teams und deren organisatorische
Verankerung in der betriebsnahen
Instandhaltung, die Umbeheimatung
der Fahrzeuge der S 25 und S 26 von Wannsee
nach Grünau, um alle 3/4-Züge in einem
Werk zu bündeln, der Einsatz von Zugprüfer-
Triebfahrzeugführer-Tandems zur Stärkung
der mobilen Instandhaltung, um die Anzahl
außerplanmäßiger Werkstattzuführungen
[...]
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Jens Fleischmann
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