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| Den erwartbaren Fahrgastandrang ignoriert und zu kurze Züge eingesetzt: bei der BVG neuerdings auch bei der Straßenbahn zu den verkaufsoffenen Sonntagen als Unsitte eingerissen. Bild: KI-generiert |
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Fahrzeuge gibt es bei der Straßenbahn
ausreichend. Deshalb ist es unverständlich,
dass sich viele Fahrgäste am 8. Dezember,
dem ersten verkaufsoffenen Adventssonntag,
auf vielen Linien in zu kleine Fahrzeuge
quetschen mussten. Unter der Devise
„Stabilität vor Wachstum“, das Leitbild von
BVG-Chef Henrik Falk, war zwar nicht
mit eigentlich nötigen Taktverdichtungen
an den Adventswochenenden zu rechnen,
aber zumindest sollte doch, wie vor Corona
üblich, auf allen Linien eine möglichst
maximale Fahrzeuggröße zum Einsatz
kommen.
Doch das genaue Gegenteil war der Fall.
Zum Beispiel auf der M4, die normalerweise
überwiegend mit GT6-Doppeltraktionen
von fast 60 Meter Fahrzeuglänge betrieben
wird, kamen fast ausschließlich die 40-Meter-
Variante der Flexity-Fahrzeuge zum Einsatz,
was die Überfüllung in den Zügen nur
unnötig verstärkte.
Auch auf der Linie 12, die an Sonntagen
nur alle 20 Minuten verkehrt, waren kürzere
Fahrzeuge unterwegs. Sind dort sonst bei
zu erwartendem Andrang auch mal 40-Meter-
Flexity anzutreffen, gab es am zweiten
Advent nur die kürzeste Fahrzeuglänge von
30 Metern. In der Pappelallee mussten sogar
Fahrgäste zurückbleiben, weil sie nicht mehr
mitgekommen sind.
Da genügend Fahrzeuge zur Verfügung
stehen, fordert der Berliner Fahrgastverband
von der BVG, wieder zur bisher üblichen
Praxis zurückzukehren, an Wochenenden
mit erwartbaren Fahrgastandrang auf
die unnötigen Fahrzeugschwächungen zu
verzichten und soweit möglich wieder die
maximal mögliche Fahrzeuggröße einzusetzen.
Das gilt nicht nur für die besagten
Linien der Straßenbahn, sondern sehr wohl
auch für die U-Bahn. (hm) IGEB Stadtverkehr
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