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S-Bahn-Lückenschlüsse immer später

Wie schon mehrfach kritisiert werden die Wiederinbetriebnahmetermine für die dringend erforderlichen Lückenschlüsse im S-Bahn-Netz immer wieder verschoben. Auch die im Herbst 1995 vom Berliner Senat genannten Termine erweisen sich inzwischen als wahlkampftaktische Fehlinformationen. Nach Recherchen des Berliner Fahrgastverbandes IGEB sind nunmehr folgende Termine geplant:

S 4, Nord (Ringbahn)

Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Westend - Jungfernheide statt Ende 1996 nun frühestens Frühjahr 1997, wahrscheinlich jedoch erst zum Fahrplanwechsel am l. Juni 1997. Der Abschnitt Jungfernheide - Westhafen folgt statt Mitte 1997 nun Mitte 1998. Für den Abschnitt Westhafen - Wedding - Gesundbrunnen - Schönhauser Allee wird derzeit weiterhin von einer Wiederinbetriebnahme im Jahr 2000 ausgegangen.

S 4, Süd (Ringbahn)

Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Neukölln - Treptower Park statt Mitte 1997 nun frühestens Ende 1997.

S 25, Nord (Kremmener Bahn)

Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Tegel - Heiligensee frühestens am 1. Juni 1997 statt Mitte 1996, des Abschnitts Heiligensee - Hennigsdorf frühestens Ende 1997 statt Ende 1996, wahrscheinlich sogar erst Mitte 1998. Der Abschnitt Hennigsdorf- Velten (Mark) ist weiterhin erst für die Zeit nach 2003 vorgesehen.

S 25, Süd (Anhalter Bahn)

Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Lichterfelde Ost - Lichterfelde Süd statt Ende 1996 nun Frühjahr 1997, wahrscheinlich jedoch erst zum Fahrplanwechsel am 1. Juni 1997. Für den Abschnitt Lichterfelde Süd - Teltow Stadt ist noch kein Termin bekannt, hier fehlt es am Engagement der brandenburgischen Landesregierung.

S 5, West (Westbahn/Hamburger Bahn)

Wiederinbetriebnahme des Abschnittes Westkreuz - Pichelsberg statt Mitte 1997 nun Ende 1997, des Abschnittes Pichelsberg - Berlin-Spandau statt Ende 1998 nicht vor Ende 1999 und Berlin-Spandau - Falkensee erst im Jahr 2003.

Nordkreuz

Wiederherstellung der Direktverbindung Pankow - Bornholmer Straße - Gesundbrunnen statt Mitte 1997 nun frühestens Ende 1997.

Vordergründig scheinen die Verzögerungen vor allem durch langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren bedingt zu sein, tatsächlich aber ist die Hauptursache ständiges Streichen bzw. Zurückstellen der Finanzierung durch die Bundesregierung. Begünstigt wird die schienenfeindliche Politik des Bundesfinanzministers durch das anhaltende Nichtstun des Berliner Senats, der sich beispielsweise bis heute nicht gegen die Kürzung der vom Bund zugesagten S-Bahn-Gelder von 4,95 auf nur noch 3,56 Milliarden DM zur Wehr gesetzt hat. Wenn hier nicht endlich ein Kurswechsel passiert, werden die Berliner S-Bahn-Fahrgäste auch im nächsten Jahrhundert noch die Folgen von Teilung und Mauerbau zu spüren bekommen.

IGEB

aus SIGNAL 1/1996 (Februar 1996), Seite 7

 

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