Schluss mit dem S-Bahn-Boykott!

Warum der Ausbau der S-Bahn viele Verkehrsprobleme im Ballungsraum Berlin löst – ein Plädoyer

Im Jahr 2024 wird die Berliner S-Bahn 100, denn 1924 fuhren zwischen Berlin und Bernau die ersten elektrischen S-Bahn-Züge. Zum Jubiläum werden hoffentlich alle neuen Fahrzeuge der Baureihe 483/484 im Einsatz und damit der akute Fahrzeugmangel behoben sein. Dass aber neue Herausforderungen anstehen, kann man daran erkennen, dass der Berliner Senat die Deutsche Bahn aufgefordert hat zu prüfen, ob von den Fahrzeugen der (West-Berliner) Baureihe 480 zumindest etwa 35 Viertelzüge bis ca. 2030 weiter betrieben werden können.

Es ist ein Allgemeinplatz, dass Berlin wächst. Das hat aber deutliche Auswirkungen auf den Verkehr der Region. Es wohnen nicht nur mehr Menschen hier, diese Menschen müssen auch immer weitere Wege zurücklegen. Vor diesem Hintergrund sind die Vorzüge und Möglichkeiten des Systems Gleichstrom-S-Bahn bisher zu wenig betrachtet worden. Deshalb hat sich der Berliner Fahrgastverband IGEB entschlossen, einige grundsätzliche Vorstellungen zusammenzufassen und eine Vision zur Zukunft der Berliner S-Bahn zu entwickeln.

Die Anfänge

S-Bahn am Bahnhof Falkensee
S-Bahn oder R-Bahn nach Falkensee? Ein Vierteljahrhundert wurde im Havelland erbittert gestritten, ob die S-Bahn von Spandau verlängert oder der Regionalverkehr ausgebaut werden soll. Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert auch hier S-Bahn UND Regionalbahn. Fotos und Montage: Raul Stoll

Die Berliner S-Bahn konnte schon 1924 auf über 80 Jahre Vorlaufverkehr aufbauen. Auch das macht sie im Vergleich zu vielen anderen Städten einmalig. Die Eisenbahn wurde von Anfang in und um Berlin sehr bewusst als Erschließungssystem der wachsenden Metropole wie auch der gesamten Region genutzt. Dabei wurde schon sehr früh erkannt, dass Stadt- und Vorortverkehr andere Anforderungen stellen als Fern- und Regionalverkehr. Aus diesem Grund wurden ab den 1870er Jahren sowohl Stadt- wie auch Ringbahn durchgängig viergleisig gebaut. Damit war eine konsequente Trennung von Anfang an möglich. Dies gilt größtenteils auch für die Vorortstrecken. Dem wurde unter anderem mit einem eigenständigen Tarif für den „Stadt-, Ring- und Vorortverkehr“ Rechnung getragen. In den heutigen Berlin-ABC-Tarifzonen kann man noch heute die konsequente Fortsetzung dieses erfolgreichen Tarifmodells erkennen.

Mit der Elektrifizierung ab 1924 wurde diese Trennung konsequent weitergeführt. Dazu gehörten auch revolutionär neuartige Fahrzeuge mit niveaugleichem Einstieg und der noch heute bekannten Innenaufteilung, deren Gestaltung kürzeren Fahrstrecken und häufigerem Fahrgastwechsel angepasst war. Ab 1930 firmierte diese neue Form des Eisenbahnverkehrs unter dem Namen S-Bahn – als Abkürzung für Stadtschnellbahn – und bekam ihr eigenes Logo. Zur Stärkung der Marke S-Bahn trug die [...]




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Berliner Fahrgastverband IGEB

aus SIGNAL 6/2017 (Dezember 2017 / Januar 2018), Seite 4-6

 

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» Warum der Ausbau der S‑Bahn viele Verkehrsprobleme im Ballungsraum Berlin löst – ein Plädoyer
» Veränderte Herausforderungen erfordern veränderte Planungen
» Neue Bahnhöfe und Strecken zum Fahrplanwechsel
» Senat plant Straßenbahn zum Bahnhof Jungfernheide
» Umbau des ÖPNV-Knotens Berlin-Schöneweide
» Es gibt keine 2-Minuten-Regel!
» Locomore-Fernzug Stuttgart—Berlin fährt wieder
» Ausbau der Dresdener Bahn für Regional- und Fernverkehr kann in Berlin beginnen
» CDU-Fraktion engagiert sich für Regionalbahnhof Buckower Chaussee
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» Auszeichnung für deutsch-polnischen Kulturzug – eine Blamage für die Bundesregierung
» Eine Glosse aus der nahen Zukunft
» Fahrtabbruch und Erstattung des Fahrpreises



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