Brandenburg:

Brückenneubauten und neue Fahrzeuge für Potsdamer Straßenbahn

Nach etwa 25 Jahren Nutzung steht nun der Straßenbahn-Strecke über die Humboldtbrücke nach Babelsberg eine grundlegende Änderung bevor...

Combino-Plus-Fahrzeug in Budapest
Potsdam will neue Straßenbahnfahrzeuge kaufen. Siemens TS will sich an der europaweiten Ausschreibung nach aktuellen Aussagen mit einem weiterentwickelten Combino, dem „Combino plus“ beteiligen – hier als weltweit größte Straßenbahn beim Verkehrsbetrieb Budapest. Foto: Karsten Müller

Die notwendige Sanierung der Brücke nutzt die Stadt Potsdam, um die Verkehrsströme in diesem Bereich umzugestalten. Entscheidend für die Straßenbahn ist die Trassenverlegung von der Mitte der Fahrbahn (mit nur über Brücken erreichbaren Haltestellen) in die Seitenlage. Damit werden die Konfliktpunkte mit dem Autoverkehr verringert und die Haltestellen können näher an die Wohngebiete gelegt werden und sind barrierefrei erreichbar.

Grafik
Neue Straßenbahntrasse und Landtagsneubau. Simulation: Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH für den Sanierungsträger Potsdam GmbH
Karte
Die heutige Straßenbahntrasse (gestrichelt) wird nach Südwesten verschoben, um den Landtagsneubau auf dem äußeren Grundriss des einstigen Potsdamer Stadtschlosses bauen zu können. Zeichnung: A-ST Grafik für den Sanierungsträger Potsdam GmbH

Gleichfalls in Seitenlage verschoben wird in der nächsten Zeit die Straßenbahntrasse auf der zweiten Potsdamer Havelbrücke, der Langen Brücke (siehe Karte). In Zusammenhang mit dem Landtagsneubau auf dem Stadtschlossgrundriss am Alten Markt wird im Rahmen der Neuordnung der Verkehrsströme eine eigene Straßenbahnbrücke neben der Langen Brücke errichtet. Diese Brücke, welche gleichzeitig die Busverkehre sowie die Radfahrer und Fußgänger aufnehmen soll, sorgt für eine Entlastung der Langen Brücke. Zusätzlich schafft sie eine Beschleunigung des ÖPNV durch Abbau mehrerer Fahrbahnquerungen. Dieser Fakt wurde von einigen Gegnern der Baumaßnahme in Abrede gestellt. Aber nach der Fördermittelzuweisung durch das Land ist nun mit einem Baubeginn im Jahr 2008 zu rechnen.

Wichtige Fortschritte gab es auch für die Erneuerung des Fahrzeugparks. Angestrebt wird, dass in Potsdam nur noch Niederflurbahnen verkehren. Mit dem Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung zwischen Landeshauptstadt und Verkehrsbetrieb ViP kann die erforderliche europaweite Ausschreibung beginnen. Die Angebote sollen bis Frühjahr 2008 eingehen und die Zuschlagserteilung im Sommer 2008 erfolgen, damit die Auslieferung der ersten neuen Fahrzeuge 2010 möglich ist. Die Ausschreibung umfasst acht Fahrzeuge mit der Option auf elf weitere Bahnen. Bedingung ist nach Angaben der Stadt eine 70-prozentige Niederflurbauweise. Außerdem wird bei den 2,30 m breiten und ca. 30 m langen Fahrzeugen Wert auf bewährte Technologie, Drehgestelle und vorzugsweise Stahlleichtbauweise gelegt. Die Einsatzdauer der Fahrzeuge ist auf 30 Jahre angelegt.

DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark

aus SIGNAL 6/2007 (Dezember 2007/Januar 2008), Seite 28

 

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