Berlin

Fernbahnhof Berlin Zoo: Neuer Bahnchef – neue Chance

Mit der Inbetriebnahme des Berliner Hauptbahnhofs Ende Mai 2006 ließ die Deutsche Bahn alle über die Stadtbahn fahrenden Fernzüge, ausgenommen die Nachtzüge, am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten ohne Halt durchfahren. Trotz vielfältiger Proteste wurde schnell klar, dass es weder Fahrgästen noch Berliner Politikern gelingen würde, Bahnchef Hartmut Mehdorn zur Rücknahme dieser kundenfeindlichen Entscheidung zu bewegen...

Aber der neue Bahnchef Rüdiger Grube kann diese Entscheidung ohne Gesichtsverlust korrigieren und sich damit als kundenorientierter Manager profilieren.

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Zugdurchfahrt am Bahnhof Zoo. Für viele Fahrgäste würde sich die Gesamtreisezeit verkürzen, wenn die Fernzüge hier endlich wieder halten. Foto: Frank Böhnke

Die Argumente haben sich seit 2006 nicht verändert, vielmehr wurden sie bestätigt. Der Bahnhof Zoo erschließt die ganze westliche Innenstadt und ist optimal ins städtische Nahverkehrsnetz eingebunden: Der U-Bahn- und Busknoten ist aus allen Richtungen günstig zu erreichen. Auch Reisende aus Potsdam sparen Zeit, wenn sie nicht mehr bis zum Berliner Hauptbahnhof fahren müssen, um dann mit dem ICE wieder zurückzufahren.

Nicht sinnvoll wäre es, die Fernzüge alternierend an den Bahnhöfen Zoo und Spandau halten zu lassen, weil das für die Fahrgäste zu verwirrend ist. Die geringe Fahrzeitverlängerung durch den zusätzlichen Halt wird auf jeden Fall durch den Komfortgewinn und die bessere Verteilung auf die Stadtteile übertroffen. Deshalb sollten künftig alle Fernzüge, die über die Berliner Stadtbahn fahren, generell in Spandau, Zoo, Hauptbahnhof und Ostbahnhof halten. Das betrifft die Linien Richtung Köln/Bonn, Frankfurt am Main/ Basel, Amsterdam und Warschau. Bei den Zügen nach Polen gäbe es nicht einmal eine Fahrzeitverlängerung, wenn diese am Bahnhof Zoo statt am Hauptbahnhof starten würden.

Herr Grube, korrigieren Sie die Fehlentscheidung von 2006 und setzen Sie ein fahrgastfreundliches Zeichen!

Berliner Fahrgastverband IGEB

aus SIGNAL 2/2009 (Mai 2009), Seite 14

 

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