Nahverkehr

Ärgerliche Stehzeiten auf dem S-Bahn-Südring

Zum Fahrplanwechsel sollte endlich Schluß sein mit dem vielen Stehen auf der S-Bahn. Insbesondere auf der S-Bahn-Linie 1 wurde der Fahrplan deutlich gestrafft. Zwischen Wannsee und Oranienburg wurden insgesamt sechs Minuten herausgenommen, so daß ein kompletter Umlauf eingespart werden konnte. In Schöneberg müssen die Fahrgäste aber immer noch stehen und warten, und zwar auf der Ringbahn. Hier und in Westkreuz sind zwei Minuten Haltezeit eingeplant, die der Anschlußsicherung dienen sollen. Leider wird dieser Effekt trotzdem nicht ganz erreicht. So kommt die Linie S46 aus Königs Wusterhausen jeweils Minute 19, 39, 59 in Westkreuz an und steht dort (zwei Stationen vor dem Endbahnhof) zwei Minuten bis 21, 41, 01. Der Anschlußzug nach Potsdam (Linie S7) ist jedoch bereits zur Minute 16, 36, 56 bzw. im Abendverkehr zur Minute 18, 38, 58 abgefahren. Nicht nur, daß die Haltezeit der S46 hier den Fahrgästen überhaupt nichts nützt, sondern gerade die Haltezeit in Schöneberg steht einem guten Anschluß in Westkreuz entgegen.

Anzeiger
S-Bf Westend. Die Fahrt nach KW könnte um einige Minuten kürzer sein, wenn nur neue Fahrzeuge eingesetzt würden und wen man auf die unverständlichen Stehzeiten auf einigen Südring-Bahnhöfen verzichtete. Zugleich könnte die S-Bahn GmbH Umläufe und damit Geld sparen. Foto: Stefan Schnerr

So gut gemeint die Standzeiten sind und so sinnvoll dies im Fernverkehr ist, im Stadtschnellverkehr mit seinen vielen Anschlußpunkten führt sich dieses Verfahren ad absurdum - gerade auf der Ringbahn. Stattdessen bedeuten die Wartezeiten, pro Umlauf immerhin insgesamt neun Minuten, nicht nur für viele Fahrgäste eine ärgerliche Fahrzeitverlängerung, sondern sie bringen auch noch einen erhöhten Wagenbedarf mit sich - und damit höhere Betriebskosten. Hier muß die S-Bahn Berlin GmbH schnellstens umdenken. Längere Haltezeiten sind lediglich in den Schwachverkehrszeiten denkbar, aber tagsüber muß die S-Bahn wirklich eine Schnellbahn und keine Stehbahn sein.

Ärgerlich ist auch, daß keine S-Bahn-Linie typenrein mit Neubauzügen (480/485) befahren wird, so daß die mit den Neubauzügen möglichen kürzeren Fahrzeiten nirgendwo zu einer Straffung des Fahrplanes führten. Würden S45 und S46 nicht nur überwiegend, sondern vollständig mit Neubauzügen gefahren, gäbe es auf dem Südring ein weiteres Einsparpotential.

IGEB

aus SIGNAL 6/1995 (September 1995), Seite 23

 

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