Nahverkehr

Straßenbahnfahrt Nach Mittenwalde

Tram
Ein etwa 500 Meter langes Prüfgleis ermöglicht in Mittenwalde eine Beschleunigung bis 60 km/h und so die Bremsprobe- und Abnahmefahrten nach BO Strab. Wenn die Bahnen wieder in Berlin eingetroffen sind, stehen sie weitere 16 Jahre zur Verfügung. Es bleiben kaum Wünsche offen... Foto: M. Heller
Tiflader
Raus aus Berlin - zum Luft schnappen. Schneller als sonst ist die Straßenbahn auch nicht, der TiefIader dan nicht schneller als 62 km/h fahren. Da ist der Schock für unsere Bahn nicht so groß. Über Hö... und den Berliner Ring geht die Reise nach Miltenwalde. Autofahrer staunen nicht schlecht angesichts dies Fremdkörpers. Foto: M. Heller
Halle
Unser alter Bekannter, noch heißt er 268 252, wird sofort nach der Ankunlt in Mittenwalde abgeladen. Der Wagenkasten wird von den Drehgestellen abgehoben und auf spezielle Transportwagen gesetzt. Die Drehgestelle werden vollständig umgebaut, sie erhalten neue Rahmen mit verbesserter Federung und (bei den Beiwagen) neuer elektrohydraulischer Bremse. Der Wagenkasten wird gleich in der im Hintergrund sichtbaren Halle verschwinden. Foto: M. Heller
Tramgerüst
Nach dem Sandstrahlen glänzen die Wagen wie aus dem Ei gepellt. Es erfolgen einige Änderungen. Die Stirn- und Heckbleche werden ausgetauscht, um die Aufnahme der neuen Leuchtenkombinationen zu ermöglichen. Anpassungsarbeiten für die neuen Außenschwingtüren werden vorgenommen. Die Türstufen sind aus Nirosta Stahl, der Rahmen wird erneuert. Die Einfassungen für die Dachluken sind ebenfalls korrodiert und müssen erneuert werden. Die vordere Luke im Triebwagen muß um 40 Zentimeter nach hinten versetzt werden, um Platz für den Geräteschrank hinter der Fahrerkabine zu machen. Nach dem zweiten Sandstrahlen wird grundiert. Erste Vorbereitungen für die Lackierung erfolgen. Der grundierte Wagenkasten wird gespachtelt und geschliffen. Der Unterboden erhält einen Steinschlagschutz von mindestens zwei Millimetern Stärke. Der Farbanstrich erfolgt in den Farbtonen: verkehrsgeIb, verkehrsweiß, schiefergrau. Foto: M. Heller
Innenraum
Jetzt geht es an den Innenausbau der Bahn. Neue Kabelbäume werden eingezogen. Ein neuer Fußboden wird eingesetzt. Er besteht aus wasserdicht verleimtem Sperrholz. Wichtig: es ist nicht brennbar! Und der neue rutschfeste Fußboden wird eingeklebt. Der Seiten- und Deckenbereich wird zur Wärme- und SchaIIisoIation mit Mineralwolleplatien ausgekleidet, die Fahrgastraumheizung, original Tatra 14x45U Watt, wird installiert. Die Vorbereitungen für den Einbau des Leuchtbandes mit Leuchtstofflampen und Notbeleuchtung, 24 Volt Basis werden getroffen. Foto: M. Heller
Werkshalle
Langsam sieht man, was es werden soll. Die gepolsterten Kunststoff-Schalensitze finden ihren Platz im Wagen. Oberlichtklappfenster werden eingebaut. Den Kopf raushalten kann nun keiner mehr. An der vorderen Türöffnung sieht man schon die Befestigung für die GFK-TürbIätter. Der Fahrzeugführerraum wird vollständig rekonstruiert. Eine Frontscheibenheizung, eine Fahrerraumheizung inklusive einer Fußbodenheizung sorgen neben einer veränderten Gestaltung des Fahrerpultes dafür, daß sich Fahrerinnen und Fahrer wohlfühlen, was letzten Endes auch wieder dem Fahrgast zugute kommt. Ein elektrisch verstellbarer und beheizbarer Rückspiegel sorgt ebenso wie die eIektropneumätische Besandungsanlage für die Sicherheit der Fahrgäste und der übrigen Verkehrsteilnehmer. Foto: M. Heller

Mittenwalde ist ein kleines, verträumtes Städtchen südlich von Berlin, mit Busanschluß nach Königs Wusterhausen. Vielen Berlinern ist dieser Ort allenfalls durch die nahegelegene Müllverbrennungsanlage bekannt, wohin der Berliner Hausmüll per Bahn gebracht wird. Eigentlich noch vor Mittenwalde gelegen, befindet sich ein Industriegebiet, wo auch der Mittenwalder Gerätebau seinen Standort hat.

Dieses Areal am Schöneicher Plan bringt es mit sich, daß fast täglich von und nach Mittenwalde Straßenbahnen unterwegs sind, z. B. von und nach Augsburg, Halle, Zwikkau, Heidelberg, Frankfurt/Oder und Berlin. Natürlich nicht mit eigener Kraft, sondern mit Hilfe eines Tiefladers. Die genannten Städte wie auch die Berliner Straßenbahn vertrauen ihre Straßenbahnen diesem Betrieb zu gründlichen Instandsetzungen und Modernisierungen an. Der SIGNAL-Fotograf hatte dankenswerter Weise die Möglichkeit, einen der Transporte von Berlin nach Mittenwalde und zurück zu begleiten. Wir zeigen einige der Stationen der Berliner Wagen in Mittenwalde, ehe sie in neuer gelber Lackierung und in vielen Punkten sowohl aktuellen Kundenwünschen als auch den Vorschriften angepaßt, wieder auf Berlins Straßen zu sehen sind.

GVE

aus SIGNAL 9-10/1995 (Januar 1996), Seite 14

 

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