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Südring-Arbeiten müssen 1989 beginnen

Bereits seit vielen Jahren fordert die "S-Bahn-lnitiative Ringbahn nach Neukölln" die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten S-Bahn in Neukölln. Im Sommer 1988 beteiligte sich die Initiative deshalb an dem Charlottenburger S-Bahn-Bürgerbegehren. Nach dessen erfolgreichem Abschluß standen die Chancen für “unsere" Neuköllner Ringbahn automatisch besser. Seit Herbst 1988 liegen nun auch die Ergebnisse eines Bewertungsverfahrens vor, welchem die Ringbahn neben der U9 nach Lankwitz unterzogen wurde. Darin wurden für den Ring sehr günstige Verkehrswerte ermittet - bei der U9 waren die Werte erheblich schlechter! Als der Senat daraufhin die Wiederinbetriebnahme des Südrings ankündigte, trat die inzwischen neustrukturierte S-Bahn-Initiative erneut in Aktion.

Bahnhof
S-Bahnhof Sonnenallee: Hier sollen die S-Bahn-Züge auf dem Südring zukünftig wieder enden. Die S-Bahn-Initiative Neukölln schlägt demgegenüber eine Verlängerung auf der alten Ringbahn-Trasse Richtung Treptower Park um 800 m bis zum Kiehlufer vor.

Grundsätzlich begrüßen wir die Entscheidung des Senats, endlich mit den Bauarbeiten am Südring zu beginnen. lm einzelnen bedarf das Konzept des Senats u.E. jedoch einiger Änderungen. So halten wir einen Baubeginn im Jahre 1991 für zu spät. Bereits 1989 muß der erste Spatenstich getan werden! Die Bauarbeiten sollen sofort den gesamten Abschnitt zwischen Westend und Sonnenallee (Kiehlufer) umfassen. Dabei sollen aufwendige und teure Baumaßnahmen nach Möglichkeit vermieden werden. lnsbesondere der Bahnhof Papestraße darf u.E. nicht im Hinblick auf eine Verschwenkung der S2 zur Wannseebahn umgebaut werden. Die Verschwenkung der S2 lehnen wir als zu aufwendig ab; stattdessen soll die alte Linienführung zuzüglich eines zu erstellenden Bahnhofes an der Dudenstraße bestehen bleiben, so daß der alte Nord·Süd-Bahnsteig des Bahnhofes Papestraße nicht grundlegend verändert zu werden braucht. Lediglich der Ringbahnsteig ist zur Verbesserung der Umsteigesituation Richtung Westen zu verschieben.

Nach Fertigstellung des S-Bahn-Abschnitts Westend - Schöneberg ist schnellstens der Abschnitt bis Neukölln wiederzueröffnen. Ihren Endpunkt soll die Linie möglichst an einem nordöstlich des Bahnhofes Sonnenallee gelegenen neuen Bahnhof namens "Kiehlufer" finden. Anschließend ist auch das Teilstück Neukölln - Köllnische Heide wiederherzustellen.

Die Initiative lehnt jeglichen weiteren Autobahnbau strikt ab, auch den Bau der Westtangente durch den Tiergarten, welche unter anderem den Ausbau der S-Bahn im Bereich des Bahnhofes Papestraße verzögern könnte. Kurzfristig wollen wir Konzepte und Ideen für die Lösung einzelner Verkehrsprobleme in Neukölln entwickeln. Die S-Bahn wird dabei den Schwerpunkt der Überlegungen bilden. Wir würden uns über weitere Mitarbeiter in der Initiative freuen!

S-Bahn-Initiative Neukölln

aus SIGNAL 1/1989 (Januar 1989), Seite 6

 

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