Nahverkehr

Bausenator verbaut Grüntangente

Seit Juli baut die Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen im Wannseebahngraben zwischen den S-Bahnhöfen Großgörschenstraße und Schöneberg einen etwa einen Meter breiten neuen Kabelkanal. Der Bau steht in Zusammenhang mit der Einführung der neuen Signaltechnik, die alte Technik benötigte lediglich den vorhandenen Kabelkanal von ca. 20 cm (!) Breite. Mit Erschrecken mußten wir feststellen, daß der neue Kabelkanal etwa 10 bis 20 Meter neben den Gleisen der Wannseebahn verläuft und zum Bau des Kanals ein etwa 20 Meter breiter Streifen westlich der S-Bahn-Gleise abgeräumt und damit wertvolle Vegetation vernichtet wurde. Durch die Lage des Kabelkanals wird, da er nicht begehbar ist, die von uns seit über zehn Jahren geforderte Grüntangente sowie die im Flächennutzungsplan und Landschaftsprograrnm dargestellte Grünfläche verhindert. Dies zeigt deutlich ein Blick von der Langenscheidtbrücke oder der Julius-Leber-Brücke.

Strecke
Wannseebahn, Blick von der Julius-Leber-Brücke in Fahrtrichtung Anhalter Bahnhof. Hier ist der S-Bf. Kolonnenstraße geplant, inzwischen nur noch mit einem Bahnsteig statt mit zweien. Dennoch verlegte die Senatsbauverwaltung den neuen Kabelkanal (links im Bild) weit neben die Gleise und ließ dafür hunderte von Bäumen, Sträuchern und Stauden beseitigen. Ist das der ökologische Stadtumbau, den SPD und AL versprochen haben? Foto: T. Billik

Völlig unglaubwürdig ist die Aussage des Bausenators, der neue Kabelkanal sei nur ein Provisorium. Bei Kosten von 2 Millionen DM pro Kilometer wird er nach Fertigstellung sicherlich nie wieder verlegt. Wir neigen eher zu der Vermutung, daß die Lage des Kanals noch die vom alten Senat geplante Verschwenkung der S·Bahn-Linie 2 zur S 1 (Freimachung des Flaschenhalses für die Nord-Süd-Straße) berücksichtigt. Wir fragen hiermit den Bausenator, ob die Lage des Kanals dem stadtökologischen Umbau dient, und die Umweltsenatorin, ob sie dem Eingriff gemäß Naturschutzgesetz zugestimmt hat?

Wir fordern den sofortigen Baustopp des Kanals und ein Heranlegen des bisher verlegten Abschnitts an die S-Bahn-Gleise unter Berücksichtigung eines 2-gleisigen Bahnhofs Kolonnenstraße

Bürgerinitiative Westtangente

aus SIGNAL 9/1989 (Oktober 1989), Seite 10-11

 

Die Jahrgänge



Die SIGNAL-Jahrgänge in der Übersicht:

» 2020
» 2019
» 2018
» 2017
» 2016
» 2015
» 2014
» 2013
» 2012
» 2011
» 2010
» 2009
» 2008
» 2007
» 2006
» 2005
» 2004
» 2003
» 2002
» 2001
» 2000
» 1999
» 1998
» 1997
» 1996
» 1995
» 1994
» 1993
» 1992
» 1991
» 1990
» 1989
1988
1987
1986
1985
1984
1983
1982
» 1981
1980
ANZEIGE

aktuelles Heft

TitelbildJuni 2020

komplettes Heft »

Die Themen der aktuellen Ausgabe 02/2020:

» Die Bahn muss und kann zwischen Amsterdam und Berlin attraktiver werden
» Antwort der Bundesregierung vom 11. Februar 2020 auf die Kleine Anfrage
» Ausbau der Lehrter Stammbahnstrecke ist gefährdet
» Die Ostbahn muss endlich ausgebaut werden!
» Auf der Dresdener Bahn wird ein durchgehendes zweites S‑Bahn-Gleis dauerhaft verbaut
» S‑Bahn Lichtenrade—Blankenfelde muss zweigleisig gebaut werden!
» Mauerweg „verpennt“
» Masken und Abstand statt Reservierungspflicht
» Straßenbahn-Neubaustrecke Berlin Hbf—U-Bf Turmstraße
» Straßenbahnverlängerung über die Turmstraße hinaus beschlossen
» Endlich neue U‑Bahn-Züge für Berlin
» Von „Pop-up bike lanes“ und „Pop-up“-Busspuren
» Nieder mit der Null-Information!
» Fahrkarte vergessen



neu hier?
Links lesen Sie einen Artikel aus dem Internetarchiv der Fachzeitschrift Signal, die sich mit Verkehrspolitik für Berlin und Deutschland auseinandersetzt.

Auf signalarchiv.de finden Sie zusätzlich zu ausgewählten Artikeln aus dem aktuellen Heft auch viele ältere Artikel dieser Zeitschrift.





Kontakt - Abo - Werbung - Datenschutz - Impressum
  © GVE-Verlag / signalarchiv.de / holger mertens 2008-2013 - alle Rechte vorbehalten