Nahverkehr

Verkehrskonzept für Spandau (Auszug)

Eine sofortige Überarbeitung der bisherigen Verkehrskonzeption, wie sie im Flächennutzungsplan, dem Stadtentwicklungsplan Verkehr und den Senatsbeschlüssen zum S-Bahn-Ausbau festgeschrieben ist, muß unter Beteiligung der Bezirke erfolgen. Hierbei ist langfristig die Erschließung der Großsiedlungen Falkenhagener Feld und Heerstraße-Nord an das U-Bahn-Netz festzuschreiben. Desweiteren ist vom Senat in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg ein Regional-Schienen-Verkehrskonzept Berlin/Umland zu entwickeln.

Bahnhof
Foto: H.-P. Schwarz
Bahnhof
Albrechtshof und Falkensee im Jahre 1990. Bis 1961 fuhren hier - von Spandau kommend - die Züge der Berliner S-Bahn. Das soll bis 1992 wieder möglich sein, fordert das Bezirksamt Spandau. Foto: H.-P. Schwarz

Zur Vermeidung bzw. Eindämmung des Individualverñehrs muß ein dichtes, aufeinander abgestimmtes ÖPNV-Netz angeboten werden, das es dem Kunden ermöglicht, schnell, preiswert und ohne komplizierte Tarifstrukturen von der “Haustür” aus sein Ziel zu erreichen. Spätestens an der Stadtgrenze muß dem Individualverkehr die Möglichkeit gegeben werden, auf den ÖPNV umzusteigen. Hohe Priorität muß deshalb der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs in Verbindung mit P+R-Stellplätzen am Stadtrand haben.

Aber selbst wenn es gelingt, einen großen Teil des ansteigenden Verkehrs auf die Schiene und den Bus zu konzentrieren, wird der Individualverkehr erheblich zunehmen. Durch einen umfassenden Maßnahmenkatalog muß mit Sofortmaßnahmen sowie kurz- und mittelfristigen Maßnahmen darauf reagiert werden.

Kurzfristig einzuleitende Maßnahmen (1991/92)

Die S-Bahn-Verbindung Spandau - Westkreuz kann aus technischer Sicht bis Ende 1991 wiederhergestellt werden. Die S-Bahn-Verbindung Spandau - Falkensee - Nauen muß bis Ende 1992 wieder in Betrieb genommen werden.

Es wird nicht verkannt, daß hierfür umfangreiche Investitionen erforderlich werden:

  • a) Brückenbauten über die Nauener Straße, Klosterbuschweg, Hackbuschstraße und Finkenkruger Weg,
  • b) Dammaufschüttungen bzw. Dammerneuerungen im Bereich westlich Klosterbuschweg,
  • c) Gleisneubau auf einer Strecke von mindestens 2 Kilometern,
  • d) Erneuerung und Neueinrichtung der technischen Infrastruktur,
  • e) Bau von zwei Bahnhöfen auf Spandauer Gebiet: Nauener Straße und Klosterbuschweg.
Die Einrichtung der beiden Bahnhöfe könnte vorerst als Provisorium erfolgen. Zwischen den S-Bahnhöfen Alrechtshof und Falkensee muß mittelfristig ein neuer S-Bahnhof ein eingerichtet werden, der das nördlich und südlich der Spandauer Straße geplante Wohngebiet sowie das Gewerbegebiet in Falkensee am Seegefelder Weg bedienen kann.

Dieser insgesamt hohe Aufwand ist aber gerechtfertigt, weil damit

  • a) die drei Gemeinden Nauen, Falkensee und Brieselang mit zusammen zur Zeit etwa 41.000 Einwohnern auf kürzestem Weg und mit dem umweltfreundlichsten Verkehrsmittel an Spandau/Berlin angeschlossen werden. Der zukünftige Bevölkerungszuwachs in diesen Gemeinden ist zwar noch nicht einzuschätzen, aber allein in Falkensee stehen zur Zeit Wohnungsbaupotentiale an der Spandauer Straße in Größenordnungen von 10.000 Wohneinheiten zur Diskussion. Das würde einen Bevölkerungszuwachs von mittelfristig 30.000 Menschen bedeuten. Hierbei ist der Neubau aus dem Bestand heraus noch gar nicht berücksichtigt.
  • b) die Spandauer Großsiedlungen Falkenhagener Feld, Louise-Schroeder Siedlung und Heerstraße-Nord durch die Buslinie 39 an den neuen S-Bahnhof Klosterbuschweg an die S-Bahn angebunden werden.

Bezirksamt Spandau

aus SIGNAL 9/1990 (Dezember 1990), Seite 6

 

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