Regionalverkehr

Auch das flache Land muß mit dem ÖPNV erreichbar bleiben

Verkehrsminister Reinhard Klimmt erklärte auf der Fachkonferenz Kommunale Verkehrsunternehmen im europäischen Wettbewerb, daß Busse und Bahnen die Chance bieten, vor allem in den Großstädten und Ballungsräumen die Mobilitätsbedürfnisse unserer Gesellschaft effizient, sicher und ressourcenschonend zu gewährleisten.

Dem stimmen wir natürlich voll zu. Wir warnen aber nachdrücklich davor, die ländlichen Regionen zu vernachlässigen. Bekanntlich gibt es Staus nicht nur in Großstädten und Ballungsräumen.

Außerdem verstopfen auch Autos aus ländlichen Regionen die Großstadtstraßen.

Bahnhof
Nicht nur Haßleben ist schön! Foto: Thomas Kabisch, August 1997

Gerhard J. Curth, Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbandes, erklärte: „Auch den Bürgern aus den Regionen müssen als Alternative zum PKW öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, die mit Sicherheit am Stau vorbeifahren." Wo ortsnahe Schienenverbindungen existieren, sollte die Bahn dem Bus bevorzugt werden. Wer mit der Eisenbahn fährt, weiß, daß ihn Staumeldungen nicht zu interessieren brauchen.

Auch der Bus kann durch Bevorrechtigungsmaßnahmen am Stau vorbeigeführt werden; davon wird aber in Kleinstädten und auf dem Land leider nur selten Gebrauch gemacht. Das wäre aber erforderlich, damit der Bus als sicherer Zubringer zur Eisenbahn fungieren kann.

Besonders prekär ist die Situation in den neuen Bundesländern, wo in letzter Zeit viele SPNV-Leistungen abbestellt wurden. Als Ersatz eingerichtete Buslinien taugen meistens nicht als Zubringer zur Eisenbahn, weil sie im allgemeinen Verkehrschaos steckenbleiben und ihre Anschlüsse nicht erreichen. Vielfach wurde auch gar nicht erst versucht, Bus und Bahn zu koordinieren.

Wer die Bedeutung öffentlicher Verkehrsmittel erhöhen will, dessen Blickfeld darf nicht an der Stadtgrenze enden.

Deutscher Bahnkunden-Verband, Bundesverband

aus SIGNAL 8-09/1999 (Dezember 1999), Seite 22

 

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