Stadtverkehr Braunschweig

Mit der Straßenbahn 4 über die Autobahn 2

Es ist immer wieder hilfreich, seinen Blick in andere Städte zu werfen, will man sich nicht von den Berliner Preisen und teilweise auch der Geschwindigkeit beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einfangen lassen. Denn woanders geht es auch billiger, häufig auch schneller und problemloser.

Um zwei Kilometer wurde Ende August 1999 in Braunschweig von der bisherigen Endstelle Rühme über die Bundesautobahn A 2 in den Stadtteil Wenden (mit über sechstausend Einwohnern) verlängert.

Der Neubauabschnitt, der schon in der Trassierung auf Normalspur (1.435 mm statt 1.000 mm) vorbereitet wurde, verfügt über einen Kfz-unabhängigen Gleiskörper. Am neuen Endpunkt besteht eine direkte Übergangsmöglichkeit zu zwei Stadtbuslinien und zum Regionalbus-Verkehr.

Der neue Endpunkt ist nicht ohne Sinn gewählt worden: direkt neben der neuen Endstelle liegt das Schulzentrum, eine öffentliche Bücherei und ein Sportplatz.

Bau und Planung

Im Jahr 1992 haben sich der Stadtbezirksrat und der Rat der Stadt Braunschweig für die Verlängerung der damaligen Linie 1 ausgesprochen. Nach dem Ende des Planfeststellungsverfahrens im Jahre 1995 wurde die Baugenehmigung erteilt und ab Sommer 1997 mit dem Bau einer Brücke für den Straßenbahn-, Fußgänger- und Radverkehr über die Autobahn begonnen.

Tram
Der Eröffnungszug auf der Neubaustrecke in Braunschweig-Wenden. Foto: Frank Lammers
Eröffnungszug
Natürlich gehörte auch ein historischer Triebwagen mit zum Eröffnungskorso. Foto: Frank Lammers

Der Bau der eigentlichen Verkehrsanlagen (Gleise, Sicherungstechnik, Oberleitung) fand erst ab Mai 1998 statt.

Entgegen dem ursprünglich angedachten Eröffnungstermin im November 1999 konnte dann die offizielle Übergabe nun doch bereits drei Monate vor dem geplanten Termin stattfinden.

Ausblick

Auf dem Gelände der alten Wendeschleife in Rühme soll nun eine Wagenhalle der Straßenbahn entstehen, die lange Fahrten der Züge zum Betriebshof Altewiek überflüssig machen.

Kosten

Für den ca. 2.060 Meter langen Abschnitt entstanden Baukosten von rund 19 Mio. DM (inclusive zweigleisiger Brücke über die Autobahn), welche zu 75 Prozent nach dem Stadtbahn-Finanzierungsvertrag aus den GVFG-Mitteln getragen wurden. Weitere 15,6 Prozent wurden vom Land Niedersachsen finanziert, die Stadt beteiligte sich mit einem Prozent, den Rest bezahlte die Braunschweiger Verkehrs-AG.

Deutscher Bahnkunden-Verband, Landesverband Niedersachsen

aus SIGNAL 8-09/1999 (Dezember 1999), Seite 32

 

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