Nahverkehr

Am 1. September war Grundsteinlegung für den neuen ViP-Betriebshof

Bis Ende kommenden Jahres soll auf dem traditionsreichen Gelände an der Wetzlarer Straße in Potsdam-Babelsberg ein neuer Betriebshof für die Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) entstehen.

Seit der Grundsteinlegung ist vor allem an der Erschließung des Geländes sowie an der zukünftigen Gleisanbindung gearbeitet worden. Fertig ist bereits die neue Haltestelle Abzweig Betriebshof zwischen den Stationen Bisamkiez und Turmstraße, nahe der Querung der Wetzlarer Bahn.

Rund 85 Millionen Mark werden auf dem 92.000 Quadratmeter großen Gelände investiert. 44 Millionen Mark kommen aus Landes-Fördermitteln. Errichtet werden Werkstätten für Straßenbahnen und Busse, Abstellanlagen und zahlreiche Werkstätten und Sozialgebäude.

48 Busse und 60 Bahnen können hier stationiert werden. Genügend Platz für später eventuell notwendig werdende Erweiterungsbauten ist vorgesehen.

Dank des neuen zentralen Betriebshofes können die historischen und teilweise städtebaulich attraktiven innerstädtischen Standorte, vor allem das Areal an der Holzmarkstraße in Havel-Nähe und die Leitzentrale am Platz der Einheit, einer neuen Verwendung zugeführt werden.

Karte
Der neue Betriebshof ist für die Beschäftigten mit der Straßenbahn nur schlecht erreichbar.

Der Straßenbahn-Betriebshof Holzmarktstraße entstand mit der Einführung der elektrischen Straßenbahn im Jahre 1907, der Betriebshof Heinrich-Mann-Allee (Sporthalle) wurde 1935 gebaut. Sowohl aus technischer als betriebswirtschaftlicher Sicht sind beide Höfe nur noch kurze Zeit nutzbar, schon 2002 läuft der Bestandsschutz aus! Danach müßten kostenintensive Baumaßnahmen durchgeführt werden.

Hinzu kommt, daß der Unterhalt verschiedener Standorte in der Stadt ebenfalls zu eigentlich vermeidbaren Kosten führt. Mit der Zusammenlegung aller Betriebseinrichtungen kann effektiver gearbeitet werden. Auf jährlich vier Millionen Mark beläuft sich nach Ministeriumsangaben allein die Einsparung bei den Betriebskosten. Angesichts des massiven Sparzwangs, unter dem ViP seit Jahren und aktuell verschärft steht, ist allein das ein schlagendes Argument für den neuen Betriebshof. Die Mitarbeiter werden durch spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von der Investition profitieren. Aber auch den Fahrzeugen kommen die Neubauten zugute. Sie stehen künftig geschützt, und ihre Instandhaltungszyklen können günstiger gestaltet werden. Und schließlich ergeben sich für die Straßenbahn weniger Leerkilometer.

Mit dem Betriebshof werde die letzte „Achillesferse" im Potsdamer Nahverkehr beseitigt, bilanzierte Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) die letzten neun Jahre, die die wohl dynamischsten in der über 100jährigen Betriebsgeschichte gewesen seien.

Deutscher Bahnkunden-Verband, Regionalverband Potsdam Mittelmark

aus SIGNAL 10/1999 (Dezember 1999 / Januar 2000), Seite 12

 

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