Berlin

Seit 1970 Busspuren in Berlin

Nun ist es soweit: mit den neuen Busspuren in der Scheidemannstraße und am Potsdamer Platz verfügt Berlin seit dem 22.Oktober 2001 über ein 100 Kilometer umfassendes Busspur-Netz.

Neben weiteren Busspuren, die zum Teil bereits angeordnet wurden, aber leider noch nicht in Betrieb genommen werden konnten, sind im Beschleunigungsprogramm, das wir zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vereinbart haben, folgende Maßnahmen vorgesehen:

Die Beeinflussung von Lichtsignalanlagen durch die Omnibusse der BVG mit Hilfe von Funkempfangsanlagen, ähnlich wie bei der Straßenbahn, aber mit Satellitenortung hinsichtlich des Standortes des Busses. Die Anordnung von Haltverbotszonen, um das Anfahren von Haltestellen zu verbessern, wenn diese von haltenden bzw. parkenden Fahrzeugen behindert werden. Verändern der Lage von Haltestellen, damit die BVG-Busse von der bestehenden Koordinierung der Lichtsignalanlagen profitieren können.

Verändern von Fahrspurmarkierungen, z. B. um durch Fahrspurverschwenkungen das Einrichten einer kurzen, aber wirkungsvollen Linksabbiegespur zu ermöglichen.

Auch Haltestellen-Kaps sind ein wirkungsvolles Instrument der Busbeschleunigung, das vornehmlich dann vorgesehen wird, wenn der Bedarf nach Parkraum in dem jeweiligen Bereich sehr stark ist und keine andere Abhilfe geschaffen werden kann. Gleichzeitig kann mit dem Haltestellenkap der Ein- und Ausstieg wesentlich erleichtert werden, weil der Bus immer gerade an den Bordstein fahren kann. In Verbindung mit einer extra hohen Bordsteinkante wird insbesondere Behinderten das Ein- und Aussteigen deutlich erleichtert.

All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Busse schneller in der Stadt vorankommen und damit noch attraktiver für unsere Fahrgäste werden. Dabei gehen wir sehr sorgfältig vor, denn für jede dieser Maßnahmen wird eine Nutzen/Kosten-Betrachtung vorgenommen, um sicherzustellen, dass nicht nur der von den BVG-Kunden gewünschte Beschleunigungseffekt, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolg erzielt wird.

Die neuen Busspuren

Scheidemannstraße (Tiergarten)

Die Länge beträgt 315 Meter, die Geltungszeit ist mit Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr angeordnet. Radfahrer, Krankenfahrzeuge und Taxen dürfen den Bus-Sonderfahrstreifen benutzen.

Dieser Bus-Sonderfahrstreifen wurde schon seit längerer Zeit von der BVG dringend gefordert, weil die Busse der Linie 100 im gesamten Bereich und insbesondere auf der Umleitungsstrecke auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor durch den Auto-Stau behindert wurden. Die Straßenverkehrsbehörde beim Polizeipräsidenten,

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die diese Beschleunigungsmaßnahme angeordnet hat, hat aber darauf bestanden, daß dieser Bus-Sonderfahrstreifen erst im Zusammenhang mit der Eröffnung der Dorotheenstraße (zwischen Ebertstraße und Wilhelmstraße) in Betrieb genommen werden kann, um mehrfach wechselnde Verkehrsführungen zu vermeiden. Mit der Fertigstellung der Dorotheenstraße kann jetzt auch diese wichtige Beschleunigungsmaßnahme ihre Wirkung zeigen.

Potsdamer Straße zwischen Potsdamer Platz und Entlastungsstraße (Mitte/Tiergarten)

Die Länge beträgt ca. 250 Meter je Richtung (insgesamt also rund 500 Meter), die Geltungszeit ist auf der Südseite mit täglich von 7 bis 20 Uhr angeordnet, auf der Nordseite nur von montags bis freitags 7 bis 18 Uhr. Bussen im Gelegenheitsverkehr, Taxen und Krankenfahrzeugen ist die Benutzung des Bus-Sonderfahrstreifen ebenfalls gestattet.

Der Bus-Sonderfahrstreifen auf der Südseite dieses Streckenabschnitts war seit Mai 2000 als Provisorium wegen Baustellen „gelb" markiert. Mit der Eröffnung des Sonderfahrstreifens auf der Nordseite wird aus dem Provisorium eine dauerhafte Maßnahme. Diese Busspur nutzen die Buslinien TXL, 148, 200, 248, 348.

Busspuren in Berlin

Straße
100 Kilometer Busspur in Berin! Einerseits ein Grund zum Feiern, andererseits auch ein Armutszeugnis, denn 2000 Kilometer waren einmal geplant! Foto: Busspur auf dem Sachsendamm, Marc Heller

Vor mehr als 30 Jahren, im November 1970, sind in Berlin die ersten beiden Busspuren in Betrieb genommen worden. Damals erhielt der Straßenzug Kleiststraße - Tauentzienstraße in westlicher Richtung zwischen Keithstraße und Marburger Straße eine Sonderspur am Fahrbahnrand, die montags bis freitags von 5 - 8 Uhr und 15 - 19 Uhr sowie an Samstagen von 9 - 14 Uhr für Busse reserviert war. Auch damals schon wurde das Benutzen dieser Spur den Taxen, die als ein Teil des ÖPNV gelten, als auch den Radfahrern erlaubt. Die andere Busspur lag ebenfalls in Schöneberg, in der Hauptstraße (Westseite) von Akazienstraße bis Eisenacher Straße. In beiden Fällen konnte man bei der Beschilderung noch nicht aur das runde, blaue Verkehrszeichen mit dem Bussymbol zurückgreifen, da dieses Zeichen erst 1975 in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen wurde.

Nicht nur die Beschilderung erfuhr ein wechselvolles Schicksal, auch die Lage der Busspur im Straßenraum, Geltungszeiten und zusätzliche Sondernutzer wurden immer wieder angepaßt. So liegt die Busspur in der Tauentzienstraße in Mittellage. Busspuren dürfen zusätzlich Busse im Gelegenheitsverkehr und Fahrzeuge benutzen, die Kranke oder Behinderte befördern.

BVG

aus SIGNAL 8/2001 (Dezember 2001), Seite 10

 

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