Überregional

Magistrale Köln - Brüssel mit reduziertem Zugangebot

Anschließend an die seit 15. Dezember 2002 in das Fernverkehrssystem voll integrierte Neubaustrecke Frankfurt/Main - Köln befindet sich die wichtige Achse Köln - Aachen - Brüssel mit hohem Reisendenaufkommen. Seit dem letzten Fahrplanwechsel ist hier das Zugangebot an umsteigefreien Verbindungen, entgegen der hohen europäischen Bedeutung, leider deutlich reduziert.

Die Eisenbahnstrecke Köln - Aachen - Brüssel ist integrierter Bestandteil des grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverkehrs Paris/London/Amsterdam - Brüssel - Köln. In Verbindung mit der Neubaustrecke Frankfurt/Main - Köln gewinnt diese Verkehrsader weiter an nationaler und internationaler Bedeutung.

Thalys-Zug
Zwischen Köln und Brüssel werden umsteigefreie Verbindungen derzeit ausschliesslich mit dem Thalys (Foto) und dem ICE 3 angeboten. Preiswerte Fahrscheine sind nur mit mehrmaligen Umsteigen und langen Wartezeiten möglich. Foto: Aachen Hbf mit Thalys nach Brüssel. Peter Wagner

Unter anderem auch zwischen Köln und Brüssel wurden bereits erhebliche finanzielle Mittel für die Verbesserung der Infrastruktur aufgewendet, weitere Ausbaumaßnahmen sind in Planung bzw. in Arbeit. Das jetzige Zugangebot entspricht jedoch keineswegs der durch Neu- und Ausbaustrecken aufgewerteten Relation. Die durchgehenden Verbindungen wurden von 15 auf lediglich 10 Zugpaare reduziert. Der Grund dafür: Die als kostengünstigere Alternative zum Thalys (Bedienung der Relation Köln - Brüssel - Paris, sieben Zugpaare) und ICE 3 (Frankfurt/Main - Köln - Brüssel, drei Zugpaare) verkehrenden D-/IC-Züge Köln - Brüssel - Oostende wurden auf den Laufweg bis Eupen beschränkt.

Vorausgegangen war ein Disput zwischen den beteiligten Bahnen über den Einsatz der letztgenannten Züge und des ICE 3 in Belgien, für den es zunächst keine und später nur eine Zulassung für die „Altstrecken" gab. Es besteht nun die Planung, den ICE 3 auch auf die Neubaustrecke Leuven - Lüttich zu bringen.

Meinungsverschiedenheiten gibt es auch bei der Verlängerung des ICE 3 über Brüssel hinaus bis Paris bzw. des Thalys über Köln bis Frankfurt/Main.

So bleibt einem Fahrgast, der nicht die teuren Hochgeschwindigkeitszüge nutzen möchte, beispielsweise folgendes, wenig attraktive Angebot:

Köln Hbf ab 9.16 Uhr (mit RE)
Aachen Hbfan 10.09 Uhr
Aachen Hbfab 10.37 Uhr (mit RE)
Lüttichan 11.25 Uhr
Lüttichab 11.55 Uhr (mit IC)
Brüssel Can 13.03 Uhr

Die gesamte Fahrzeit summiert sich so auf 3 Stunden 47 Minuten und beträgt damit rund eine Stunde mehr als bei den früheren durchgehenden Zügen Köln - Brüssel - Oostende. Die Fahrzeit Köln - Brüssel (Midi) beträgt mit dem Thalys demgegenüber 2 Stunden 20 Minuten. Speziell für „preissensibles Publikum" - diese Zielgruppe gewinnt angesichts der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen leider immer mehr an Bedeutung - wäre die Wiedereinführung von umsteigefreien Zugverbindungen unterhalb des Hochgeschwindigkeitsangebotes dringend erforderlich.

IGEB-Fernverkehr

aus SIGNAL 2/2003 (April/Mai 2003), Seite 6

 

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