Aus den Verbänden

21. DBV-Bundesverbandstag am 15. März 2003 in Neubrandenburg

Ja zu Liberalisierung und Wettbewerb im Bahnverkehr/Bahncard 50 muss bleiben/Bundesvorstand für drei Jahre gewählt

Mit der groß angelegten Aktion gegen die Liberalisierung des Bahnverkehrs-Marktes, die die Bahngewerkschaft Transnet am 14. März 2003 inszenierte, beschäftigte sich auch der Bundesverbandtag des DBV. Die versammelten Mitglieder stellten einhellig fest, dass gerade der Wettbewerb auf der Schiene immense Vorteile für die Kunden zeitigte. Standards und Komfort bei Fahrzeugen und im Servicebereich, von verbesserungswürdigen Ausnahmen wie Tarife abgesehen, seien mit dem Wettbewerb gestiegen. Wer sich an die Staatsbahnzeiten zurück besinnt, der kann doch nicht ernsthaft eine Rückkehr dorthin hindern, wenn er nicht ureigenste Interessen davon erfolgt. Die Vorwürfe des „Dumpingwettbewerbs aus Profitgier", den die Gewerkschaft gegen die am Wettbewerb teilnehmenden Bahnen richtet ist aus Sicht der Kunden schlicht absurd. Einhellig kamen die Mitglieder auf dem DBV-Bundesverbandstag zur Erkenntnis, dass das Wort Profitgier eher den jüngsten gewerkschaftlichen Aktionen als dem in allen Branchen üblichen Wettbewerb zukommt. Gleichzeitig warnt der DBV die Bahnkunden davor, auf Gewerkschaftsforderungen, die unter dem Deckmantel des Kundeninteresses aufgestellt werden, hereinzufallen. Man sollte stets im Auge behalten wessen Interessen die Gewerkschaft zu vertreten hat. Daran ändert auch das geäußerte „Verständnis", das der Fahrgastverein Pro Bahn den Gewerkschaftsforderungen entgegenbringt, nichts. Die Interessen der Bahnkunden sollten am besten dem bewährten Dialog zwischen den Bahnen und den Bahnkundenverbänden anheim gestellt werden, meinte DBV-Präsident Gerhard J. Curth vor der Abstimmung des entsprechenden Antrages.

Wie zu erwarten, gab es ein klares Votum zur Bahncard 50. Beim Bahncard-Verkauf machte die Bahncard 50 (die alte Bahncard) mit fast 70 % Absatzanteil das Rennen. Dennoch scheiterte bislang die Forderung des DBV auf Beibehaltung. Zuletzt hatte DBV-Präsident Curth in seiner Unterredung mit DB-Chef Mehdorn am 25. Februar 2003 vergeblich einen entsprechenden Vorstoß versucht. Einstimmig beauftragte der Verbandstag den Bundesvorstand, in dieser Frage nicht locker zu lassen.

Der 55jährige Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbandes, Gerhard J. Curth aus Berlin, der dieses Amt seit 1991 bekleidet, wurde einstimmig für weitere drei Jahre wieder gewählt. Ebenfalls für weitere drei Jahre wurde der 37jährige Sven Munzinger aus Berlin im Amt des Bundesschatzmeisters bestätigt, der gleichzeitig die Aufgaben des Bundesgeschäftsführers übernimmt. Turnusmäßig wurde der Bayerische DBV-Landeschef Christian Gloel aus Bamberg zum Vizepräsidenten gewählt. Das Grundsatzressort im Bundesvorstand erhielt Georg Radke aus Berlin. Nachstehende DBV-Landeschefs wurden ebenfalls für drei Jahre in den Bundesvorstand gewählt:

Dipl.-Soz. Wolfgang Gall aus Dallgow-Döberitz (Brandenburg); Wolfgang Klapdor aus Wiesbaden (Hessen-Rheinland Pfalz) gleichzeitig Ressortvorstand für Internationale Beziehungen; Dipl.- Bibl. Peter Johner aus Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern); Dipl.-Verk.-Ing. Andreas Franzke aus Radebeul (Sachsen) gleichzeitig Ressortvorstand für Reiseverkehr; Andreas Hinsch aus Dessau (Sachsen-Anhalt) und Dipl.-Ing. Bernd Proskeaus Ilmenau (Thüringen). Zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts wurde Roland Pawel aus Berlin gewählt.

DBV Bundesverband

aus SIGNAL 2/2003 (April/Mai 2003), Seite 39

 

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