Mecklenburg-Vorpommern

Neue IC-Verbindung Usedom-Express soll die Ferieninsel entlasten

Auf der Urlaubsinsel Usedom setzt man auf die Bahn: Immerhin rund 14 Prozent der 1,15 Millionen Feriengäste reisten im vergangenen Jahr auf der Schiene an. Und diese Zahl könnte sich demnächst noch steigern, hofft man bei der Deutschen Bahn (DB), denn seit kurzem gibt es eine neue IC-Direktverbindung von Hamburg nach Heringsdorf.

Brücke
Über diese Brücke bei Wolgast besteht seit 2000 die Schienenabindung Usedoms. Foto: Frank Böhnke
Netzplan
Streckenplan: Zukunftsmusik: vom bestehenden Endbahnhof Ahlbeck Grenze soll die UBB-Strecke ins polnische Swinemünde und weiter zum Flughafen Heringsdorf bei Garz geführt werden. Plan: UBB
Triebwagen
UBB-Triebwagen in Züssow. Foto: Frank Böhnke
Bahnhof Heringsdorf
Zur Abfahrt bereit: der neue Usedom-Express im Bahnhof von Heringsdorf verbindet Hamburg direkt mit der Ferieninsel. Foto: Michael Hertel

Der neue IC 2637 „Usedom - Express" startet jeden Freitag um 12.37 Uhr in Hamburg-Altona (Abfahrt 12.51 Uhr ab Hamburg Hauptbahnhof), hält unter anderem in Schwerin, Rostock, Stralsund und Greifswald und erreicht Heringsdorf auf der Ostseeinsel 18.56 Uhr. Zurück geht es sonnabends im IC 2660 ab Heringsdorf (7.52 Uhr), Ankunftszeit in Hamburg-Harburg ist 13.43 Uhr. Der Fahrpreis beträgt für die Hin- und Rückfahrt in der 2. Klasse 47,50 Euro, die Fahrradmitnahme ist möglich.

Wer länger bleiben will, hat über die Usedomer Bäderbahn (UBB), einer hundertprozentigen Tochter der DB AG, im Zweistundentakt Anschluss an die Netz-Knoten Züssow, Greifswald und Stralsund. Nach Berlin und Köln ist Hamburg als dritter Ballungsraum Deutschlands per Intercity-Ferienlinie direkt mit Usedom verbunden.

Auch während des Urlaubs auf Deutschlands zweitgrößter Insel kann man sehr gut ohne eigenes Auto auskommen, meint UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße. Denn praktisch jeder Küstenort verfügt über einen eigenen Haltepunkt.

Wie auf einer Perlenschnur sind die heute insgesamt 19 UBB-Stationen auf dem 54 Kilometer langen, zwischen 1876 und 1911 entstandenen Inselnetz aufgereiht. Sie werden sommers halbstündlich mit nagelneuen dieselelektrischen Gelenktriebwagen des Typs GTW 2/6 von Bombardier (ADtranz) bedient. Diese haben die rund 40 Jahre alten „Ferkeltaxen" vom Typ 771/971 fast vollständig abgelöst.

Durch die ideale Schienenanbindung bieten sich beispielsweise Wanderungen oder Fahrradtouren entlang der rund 40 Kilometer langen Außenküste an - mit bequemer Rückfahrt per UBB. Die UBB-Strecken können auch mit dem günstigen Mecklenburg-Vorpommern-Ticket der DB AG genutzt werden.

Mit der Fertigstellung der neuen kombinierten Straßen- und Eisenbahnbrücke in Wolgast konnte im Jahr 2000 das UBB-Netz um 19 Kilometer auf dem Festland bis nach Züssow erweitert werden.

In einem Jahrzehnt hat sich an der Strecke ein kleines Wunder vollzogen: Im Jahr 1992 hatte die Inselbahn gerade mal noch 260.000 Reisende und stand vor der Stillegung. Zehn Jahre später wurden zehnmal so mehr Fahrscheine verkauft.

Dennoch hegt man bei der UBB weiter ehrgeizige Pläne: Mit dem EU-Beitritt Polens soll die historische Verbindung nach Swinemünde wieder hergestellt und zum deutschen Flughafen Heringsdorf bei Garz verlängert werden. Die entsprechende Absichtserklärung zwischen DB AG und der Polnischer Staatsbahn wurde bereits 1999 unterzeichnet.

Michael Hertel, Hamburg

aus SIGNAL 3/2003 (Juni/Juli 2003), Seite 26-27

 

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