Berlin

Attraktives Angebot der Deutschen Bahn: das Ostseeticket

Auch in diesem Jahr sind für Bahnreisende aus der Region Berlin/Brandenburg mit dem Ostseeticket wieder günstige Fahrten an die Küste möglich. Speziell im Vergleich zum Auto- und Bustourismus besteht damit ein preislich attraktives Angebot; unverständlich ist dagegen auch im laufenden Jahr wieder die zeitliche Befristung.

Erstmals wurde das Ostseeticket versuchsweise für Fahrten zwischen Berliner Fernbahnhöfen und Stralsund/Rügen bzw. den Bahnhöfen der Usedomer Bäderbahn (UBB) am 30. Mai 1999 angeboten. Die Gültigkeit war ursprünglich befristet bis zum 25. September 1999. Ziel der Maßnahme war eine verbesserte Auslastung der seinerzeit verkehrenden Interregio-Züge. Aufgrund des großen Erfolgs erweiterte die DB AG erfreulicherweise kurzfristig die Reisemöglichkeit mit dem Ostseeticket bis zum 31. Oktober 1999. Seit dem 7. August 1999 wurde die Gültigkeit auch auf die Strecke Berlin - Rostock ausgedehnt. Im Einführungsjahr kostete das Ostseeticket pauschal 49 DM (25,05 Euro) für eine Person zur Hin- und Rückfahrt innerhalb von vier Tagen in der 2. Klasse; eine zweite mitreisende Person erhielt 50 Prozent Ermäßigung.

Erwartungsgemäß war das Angebot speziell bei Kurzurlaubern sehr beliebt. In der Folgezeit wurde es weiter ausgebaut; bei Vorlage des Ostseetickets wurden Ermäßigungen zum Beispiel in verschiedenen Hotels und für Schiffs-Ausflugsfahrten gewährt.

Auch im laufenden Jahr gibt es wieder das Ostseeticket für Fahrten von Potsdam und Berlin zu ausgewählten Zielbahnhöfen entlang der Ostseeküste. Es gilt im Zeitraum vom 24. April bis 31. Oktober in der 2. Klasse nunmehr sogar für neun Tage bzw. für maximal fünf Personen. Dabei zahlt die erste Person pauschal 39 Euro für die Hin- und Rückfahrt, die Mitfahrer zahlen je die Hälfte. Kinder bis einschließlich fünf Jahre fahren kostenlos, ebenfalls alle 6- bis 14-jährigen in Begleitung von mindestens einem Eltern- bzw. Großelternteil oder auch deren Lebenspartnern. Alleinreisend zahlen sie je 19,50 Euro. Das Ostseeticket gilt dabei in allen RE,- RB-, IC-Zügen und im „Usedom-Express", weiterhin in den Zügen der Usedomer Bäderbahn (UBB) und der Ostmecklenburgischen Eisenbahn (OME). Trotz des gegenüber 1999 deutlich erhöhten Preises bleiben Bahnreisen an die Ostsee damit weiterhin günstig. Dies zeigt folgender Vergleich: Ein Bahnreisender, der nicht im Besitz einer Bahncard ist, bezahlt beispielsweise für die einfache Fahrt Berlin Ostbahnhof - Stralsund im Intercity, 2. Klasse derzeit 37 Euro (Normaltarif), die einfache Fahrt nach Seebad Heringsdorf kostet zum Beispiel bei Nutzung des „Usedom-Express" 40,40 Euro.

Sehr vorteilhaft für den Bahnkunden ist der Vertrieb des Ostseetickets - einmal abgesehen von den DB-Reisezentren und Reisebüros mit DB-Lizenz - über die Kundenzentren und Fahrkartenausgaben der S-Bahn. Damit können in vielen Fällen lästige Wartezeiten vermieden werden.

In Verbindung mit dem Ostseeticket gibt es auch 2004 wieder attraktive Ermäßigungen: Übernachtungen für 39 Euro pro Person im Doppelzimmer inkl. Frühstück in manchen Hotels oder Ermäßigungen bei Hafenrundfahrten. Auch beim Vergleich mit dem Bus-Linienverkehr ist mit dem Ostseeticket preislich eine echte Alternative gelungen. Bei der Fahrt mit einem Reisebusanbieter zum Beispiel von Berlin nach Heringsdorf beträgt der Rückfahr-Tarif derzeit 47 Euro, das Super-Sparticket (für Fahrgäste bis einschließlich 26 Jahre bzw. ab 60 Jahre) 35 Euro.

Leider nicht erfüllt haben sich dagegen die Erwartungen der Fahrgäste bezüglich der Aufhebung der zeitlichen Befristung. Unter anderem zur weiteren Vereinfachung des Tarifsystems wäre die Umstellung auf ein ganzjähriges Angebot sinnvoll. Somit bleiben gerade in der Nebensaison Kurzreisen an die Ostseeküste per Bahn relativ teuer - nicht jeder Bahnreisende ist schließlich im Besitz einer Bahncard. So werden im vorliegenden Fall unnötigerweiser Chancen vertan, mit dem Ostseeticket noch mehr Kunden für die Bahn zu gewinnen.

IGEB

aus SIGNAL 3/2004 (Juni/Juli 2004), Seite 8

 

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