Regionalverkehr

Regionalverkehr offenbar ein Stiefkind der Deutschen Bahn AG

Anläßlich der Aktion “Großer Bahnhof“ von Bündnis 90/Die Grünen Hohenschönhausen zum Fahrplanwechsel im Regionalverkehr auf dem Bahnhof Berlin-Hohenschönhausen wurde wieder deutlich, daß die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG offenbar kein Interesse an der Nutzung dieses Verkehrsmittels haben.

Der Haltepunkt des Regionalverkehrs, der sich neben dem S-Bahnhof befindet, ist nicht als solcher gekennzeichnet. Die Angaben der Fahrtrichtungen beschränken sich auf ein Minimum, es bleibt also verborgen, welche Reiseziele von diesem Bahnhof überhaupt erreichbar sind. Weder auf dem S-Bahnhof noch auf dem Haltepunkt des Regionalverkehrs gibt es Fahrpläne, es erfolgen auch durch das Abfertigungspersonal der S-Bahn keinerlei Informationen auf Umsteigemöglichkeiten. Für einen nicht informierten Fahrgast existiert dieser Bahnhof faktisch nicht, für die Mehrheit der Anwohner im Raum der Großsiedlung Hohenschönhausen (ca. 80.000 Einwohner) mit Sicherheit ebenfalls nicht.

Fahrplan
“Berlin-Hohenschönhausen“ ist selbst innerhalb Berlins vielen nur als S-Bahnhof bekannt. Doch für die Bewohner der östlichen Großsiedlungen ist es auch ein wichtiger Regionalverkehrsbahnhof. Deshalb müssen die Bahnhofsanlagen und insbesondere die Information der Reisenden endlich besser werden.

Immerhin sind von diesem Bahnhof attraktive Reiseziele wie z.B. im Süden der Spreewald mit Lübben, Lübbenau und Cottbus sowie im Norden Oranienburg, Löwenberg, Rheinsberg und Biesenthal, Kloster Chorin und Angermünde in kurzer Zeit zu erreichen. Eine stärkere Nutzung des Regional Verkehrs, insbesondere an den Wochenenden, könnte zu einer Entlastung des Ausflugs-Autoverkehrs, von dem Hohenschönhausen in besonderem Maße betroffen ist, beitragen.

Dazu ist es aber erforderlich, die Angebote des Regionalverkehrs durch umfassende Information bekanntzumachen und auch entscheidend zu verstärken und zu erweitern. Denn trotz der nicht vorhandenen Informationen weisen die Züge zu bestimmten Zeiten am Wochenende eine ziemlich hohe Auslastung auf. Eine Verlängerung der Regionalbahn Karow - Groß-Schönebeck nach Hohenschönhausen könnte jetzt schon relativ problemlos realisiert werden. Dadurch wäre es beispielsweise möglich, Buch von Hohenschönhausen aus in wenigen Minuten zu erreichen.

Der jetzige Zustand allerdings läßt vermuten, daß die Deutsche Bahn AG kein Interesse an einer optimalen Auslastung hat, um den Regionalverkehr dann aus Mangel an Fahrgästen einzustellen.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Hohenschönhausen von Berlin

aus SIGNAL 5/1994 (Juli 1994), Seite 17

 

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