Nahverkehr

Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen im Nordostraum Berlins

Der Senat hat auf Vorlage des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr, Jürgen Klemann, einen Bericht an das Abgeordnetenhaus über die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Nordostraum Berlins beschlossen. Hierbei läßt sich der Senat davon leiten, daß der Nordostraum eines der größten neuen Siedlungsgebiete in Berlin ist und damit ein großer Bedarf für den ÖPNV zu erwarten ist.

Die Erschließung soll zukünftig verstärkt mit S-Bahn, Straßenbahn, Omnibus und dem Regionalverkehr erfolgen. Im wesentlichen sind folgende Vorhaben geplant:

S-Bahn

Bau des S-Bahnhofs Buch Süd. In einer ersten Ausbaustufe zur verbesserten Erschließung von Karow Nord, später ist eine Erweiterung für die Erschließung der Wohngebiete Buch IV und V geplant.

Bau eines Nordzuganges am S-Bahnhof Karow für das Wohngebiet Karow Nord.

Bau der S-Bahn von Wartenberg zum Karower Kreuz mit Anschluß zum Berliner Außenring (S10). Der Bau soll sich in drei Abschnitte gliedern. Der erste Abschnitt verläuft von Wartenberg bis zur Seilheimbrücke, wo die Möglichkeit besteht, in die Omnibusse nach Karow und Buch umzusteigen. Die Fertigstellung erfolgt nach 2002. Der Anschluß zum Karower Kreuz mit einem Verknüpfungsbahnhof mit der S8 nach Bernau und der Regionalbahn auf der Stettiner Bahn soll im Anschluß realisiert werden. Die Weiterführung dieser Strecke bis zum Außenring wäre die nächste Stufe.

Bau eines S-Bahnhofs an der Schönerlinder Straße in Abhängigkeit von der Entwicklung des Gewerbegebietes.

Straßenbahn

Ausbau von Straßenbahnstrecken zwischen Niederschönhausen und Buchholz/Buchholz Nord, Heinersdorf und der geplanten Parkstadt Weißensee und Buchholz.

Regionalbahn

Aufgrund der Kompliziertheit der Vorhaben am Karower Kreuz werden derzeit mit der DB AG im Vorgriff Überlegungen zur Errichtung eines provisorischen Regionalbahnsteiges im Bahnhof Karow geführt. Damit wäre sowohl eine Verknüpfung der Regionalbahnlinien mit der S-Bahn in Karow möglich als auch der Aufbau einer Verbindung von Karow nach Hohenschönhausen/Lichtenberg. Im Vorgriff auf die spätere S-Bahnverbindung mit dem Bf Karower Kreuz könnte dann dieser Lückenschluß realisiert werden.

Langfristige Wiederinbetriebnahme der Heidekrautbahn von Basdorf nach Wilhelmsruh mit Weiterführung nach Gesundbrunnen. Als Voraussetzung für den Wiederauf- bzw. Ausbau der alten Trasse betrachten Senat und Land Brandenburg eine weitergehende Stadtentwicklung in Pankow und Reinickendorf über den Planungsstand des Flächennutzungsplanes hinaus sowie im Berliner Umland innerhalb des potentiellen Einzugsgebietes der Heidekrautbahn.

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IGEB-Anmerkungen zu diesem Senatsbericht an das Berliner Abgeordnetenhaus:

Alles verschoben ...

Durch die anhaltende öffentliche Kritik über der Verkehrsanbindung der neu errichteten Wohnung baugebiete im Berliner Nordosten (und den u. a. daraus resultierenden erheblichen Vermietungsschwierigkeiten der Bauherren) sah sich Senator Klemann wohl genötigt, mal wieder ein paar Versprechungen zu verkünden. Aber man muß kein Verkehrsexperte sein, um herauszulesen, wie unverbindlich auch dieser Senatsbeschluß in Sachen ÖPNV ist: Keine einzige der zahlreich vorgesehenen Maßnahmen ist mit einem verbindlichen Realisierungszeitpunkt untersetzt und die einzige genannte Jahreszahl („Die Fertigstellung (der S-Bahnverlängerung bis Seilheimbrücke) erfolgt nach 2002") wurde schon wenige Wochen später mit dem Senatsbeschluß über den Nahverkehrsplan auf das Jahr 2005 verschoben...

... und planerisch unverfänglich

Daß die Straßenbahn beim Berliner Senat nicht so sonderlich beliebt ist, ist ja ein offenes Geheimnis. Aber warum der Inbetriebnahmetermin für die Straßenbahnverlängerung von Buchholz Kirche nach Buchholz-West hier nicht erwähnt wird, obwohl es ja nach anderen Senatsbeschlüssen bereits für Mitte 1999 versprochen wird, macht doch stutzig. Die weiteren oben aufgeführten Straßenbahnverlängerungen werden übrigens im ebenfalls vom Verkehrssenator erarbeiteten Entwurf zum ÖPNV-Bedarfsplan noch nicht mal unter der Kategorie „Inbetriebnahme nach 2005" auf gelistet, sondern erscheinen erst unter der planerisch unverfänglichsten Kategorie „Trassenfreihaltung"....

Senat von Berlin

aus SIGNAL 2/1998 (März 1998), Seite 8

 

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