S-Bahn und Regionalverkehr

Absurd: Regionalbahnhalt in Potsdam-Griebnitzsee soll zum Verlust anderer Halte in Berlin führen

Das lange Warten in Griebnitzsee soll noch 2016 ein Ende haben. Zum Fahrplanwechsel im Dezember ist die Inbetriebnahme des neuen Regionalbahnsteigs geplant, so dass dort künftig auch die aus Berlin kommenden Züge der Linien RB 21 und RB 22 halten können. Ursprünglich sollte der Bahnsteig schon 2011 fertig sein, doch dann wurde der Bau aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verschoben.

Nun also „Ende gut, alles gut“? Leider nein! Angeblich lässt der Fahrplan einen weiteren Halt der Regionalbahnen nicht zu. Deshalb soll die Zeit für den zusätzliche Halt an anderer Stelle eingespart werden. Die Deutsche Bahn will offensichtlich ihrem Ruf („Wir finden zu jeder Lösung ein Problem.“) wieder einmal gerecht werden. Für die Lösung „neuer Bahnsteig“ gibt es nun das Problem „Fahrplan“ und daraus resultierend das bekannte berlin-brandenburgische Streitthema „Haltekonzeption“.

Die Idee: Anstatt einen bisherigen Halt komplett zu streichen, sollen die Züge künftig alternierend in Berlin-Charlottenburg oder Berlin-Wannsee durchfahren, um in Potsdam-Griebnitzsee halten zu können. In welcher Varianteauch immer dies erfolgen soll, es ist im höchsten Maße unübersichtlich und damit fahrgastfeindlich!

Anlass für die Weiterführung der RB 21/22 von Griebnitzsee nach Berlin Friedrichstraße war es, den RE 1 zwischen Berlin und Potsdam in der Hauptverkehrszeit durch den überlagerten 15-Minuten-Takt zu entlasten und die Potsdamer Universitätsstandorte in Griebnitzsee und Golm alle 30 Minuten an Berlin anzubinden. Doch genau das wird ad absurdum geführt, wenn für den Fahrgast unklar ist, welcher von den vier stündlichen Zügen welchen Halt auslässt. Im Zweifel wird dann auf das klare Angebot des RE 1 ausgewichen – der allerdings nicht in Griebnitzsee hält.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert DB Netz, DB Regio und VBB auf, eine Lösung für den Halt Griebnitzsee ohne das Streichen von Halten in Berlin zu finden. Und der Berliner Senat ist aufgerufen, sich für den Erhalt der bestellten Regionalzughalte einzusetzen.

Schon einmal hat die DB behauptet, ein zusätzlicher Halt würde das Streichen eines vorhandenen erfordern. Das war nach der Fertigstellung des Regionalbahnsteigs in Berlin Friedrichstraße. Da wurde der Halt Alexanderplatz für die Regionalzüge (ausgenommen der RE 5) gestrichen, weil es angeblich nicht anders ging. Aber als der Protest heftig genug war, wurde plötzlich doch eine Lösung gefunden (siehe u. a. SIGNAL 2-3/1999). So muss es auch im Fall Griebnitzsee sein! (ge)

IGEB S-Bahn und Regionalverkehr

aus SIGNAL 3/2016 (Juli 2016), Seite 8

 

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