Schienenverkehrswochen 2016

Antworten auf offen gebliebene Fragen beim Sprechtag für BVG-Fahrgäste

Fahrplan bei Veranstaltungen: Warum fährt z. B. am Marathon die Linie M 2 nicht als Zweirichterfahrzeug bis Prenzlauer Tor? Dadurch könnte der Betrieb zumindest in die Innenstadt aufrechterhalten erhalten werden.

Ein Gleiswechsel südlich der Saarbrücker Straße im Zuge von Veranstaltungen ist bereits Gegenstand interner Überlegungen der BVG. Die Prüfung der betrieblichen Umsetzbarkeit und der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist derzeit aber noch nicht abgeschlossen.

Aufzüge am Alex: Die Wartezeiten für die Aufzüge auf dem U-Bahn-Gleis der U 5 am Alex sind extrem lang. Das ist besonders ärgerlich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Plant die BVG hier Abhilfe?

Die Tatsache ist bekannt. Es wurde im 1. Quartal 2016 eine Änderung an der Aufzugssteuerung vorgenommen, die im Ergebnis zur Verkürzung der Wartezeit führen sollte. Hierbei wurde der Außenruftaster mit der Fahrtzielwahl „nach unten“ auf

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der Bahnsteigebene der U 8 deaktiviert, d. h., wenn die Aufzugsanlage leer auf der Straßen- oder Zwischenebene steht und von den Bahnsteigen der U 8 und U 5 gleichzeitig gerufen wird, dann wird der Bahnsteig der U 8 ohne Halt überfahren, um den Fahrgästen vom Bahnsteig der U 5 den Vorrang zu geben.

Fahrersituation Straßenbahn: Es fällt auf, dass ab und zu Verstärkerfahrten ausfallen, so wie es im Sommer 2015 schon mal der Fall war. Wie ist die Fahrersituation bei der Straßenbahn derzeit?

Seit dem 11. Juni 2016 fährt die BVG wieder das volle Angebot. Die Linie M 2 fährt sonnabends wieder im 5-Minuten-Takt und auch die Linien 18 und 67 sind sonnabends wieder unterwegs. Seit letztem Jahr hat die Straßenbahn die Kapazität der Fahrerausbildung um das Dreifache gesteigert. Mit der Ausbildung weiterer Fahrerinnen und Fahrer stellt sich die BVG jetzt personell auf Mehrleistungen in den kommenden Jahren und weitere Angebotsverbesserungen für die wachsende Stadt ein. Trotzdem können vereinzelt Fahrten z. B. wegen kurzfristiger Krankschreibungen ausfallen.

Fahrkartenautomaten in Straßenbahnen: Wie ist der Stand der Umrüstung?

Aktuell sind bzw. werden die Fahrzeuge der Typen KT4, GT und FLEXITY (1. und 2. Option) mit Automaten ausgerüstet. Es finden außerdem Überlegungen zur Beschaffung einer neuen Generation Fahrausweisautomaten statt. Der ursprünglich von der BVG beabsichtigte Kauf neuer Automaten von der Firma Metric Solutions wurde aufgrund der Insolvenz der Firma ausgesetzt.

Halten an Bushaltestellen I: Viele Fahrer fahren nicht bündig an die Haltestelle heran, so dass das Aussteigen insbesondere für ältere Menschen/Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwierig ist. Welche Schulung erhalten die Busfahrer dafür? Was kann die BVG machen, dass die Fahrer ordentlicher fahren?

Die Busfahrer werden regelmäßig geschult. Die Richtlinien sehen vor, dass die Fahrer nach Möglichkeit parallel zum Bordstein und mit den vorderen Türen auf Höhe des Haltestellenmastes zum Stehen kommen. Leider gelingt die Umsetzung dieser Vorgaben in der Praxis nicht immer. Das kann u. a. daran liegen, dass kein ausreichender Platz an der Haltestelle aufgrund einer Baustelle ist. Leider müssen wir auch feststellen, dass es immer mehr Falschparker an den Bushaltestellen, aber auch auf unseren Busspuren gibt, die einen reibungslosen Busverkehr behindern. Grundsätzlich sind die Fahrer aufgefordert, beim Ein- und Aussteigen einen möglichst reibungslosen Weg für Fahrgäste mit Kinderwagen oder für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen zu schaffen und eine Gefährdung der Fahrgäste zu vermeiden.

Fahrbegleitungen der BVG sind im gesamten Liniennetz unterwegs und begutachten gelegentlich die Fahrweise der Fahrer, also auch das Anfahren an Haltestellen. Die BVG kooperiert außerdem eng mit der Polizei und den Behörden, um Fremdeinflüsse wie z. B. Falschparker von den Haltestellen fernzuhalten.

Halten an Bushaltestellen II: Mal halten die Busfahrer an der Haltestelle, mal fahren sie aber auch direkt zur Ampel vor. Wo soll sich der Fahrgast richtigerweise hinstellen bzw. welche Vorgabe erhalten die Busfahrer zum Halten?

Als Fahrgast sollte ich grundsätzlich davon ausgehen, dass der Bus auf Höhe des Haltestellenmastes (Säule) zum Stillstand kommt. Das Fahrpersonal ist angehalten, dies auch so umzusetzen.

Beschädigung Automaten: In letzter Zeit werden wieder vermehrt Fahrkartenautomaten aufgesprengt. Was plant die BVG, um diesen Beschädigungen vorzubeugen bzw. die Vorfälle zu reduzieren?

Die BVG hat bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, auch in enger Abstimmung und gemeinsam mit der Polizei. Aus verständlichen Gründen werden die Maßnahmen aber natürlich nicht öffentlich gemacht, um den Tätern hier keinerlei Hinweise zu liefern. Ein Beispiel können wir aber nennen: Bereits seit Anfang Oktober werden alle BVG-Fahrscheinautomaten deutlich häufiger geleert als zuvor.

Daisy-Anzeige Linie 194: Seit Bauarbeiten ist der Daisy-Anzeiger an der Station Elsenstr./Treptower Park wieder falsch und zeigt ständig falsche Zeiten an. Was tut die BVG, um diesen Fehler zu korrigieren?

In der Tat ist die Linie 194 gelegentlich unregelmäßig aufgrund der andauernden Bauarbeiten am Ostkreuz/Rummelsburg. Dementsprechend kann es auch zu Unregelmäßigkeiten beim Anzeigen der Abfahrtzeiten kommen. Punktuelle Überprüfungen haben ergeben, dass der Daisy-Anzeiger funktioniert.

Sauberkeit Hansaplatz: Der U-Bahnhof Hansaplatz ist häufig dreckig? Wann wird er mal wieder gereinigt? Wie ist der Turnus der Reinigung?

Die Bahnsteigreinigung erfolgt regelmäßig. Tatsächlich aber ist vor Ort festgestellt worden, dass durch die Kaugummientfernung „schlangenlinienähnliche“ Spuren auf dem Bahnsteigasphalt entstehen, die „unsauber“ aussehen. Diesbezüglich stehen wir seit einiger Zeit in engem Austausch mit der Reinigungsfirma. Ziel ist es, ein neues Reinigungsmittel zu verwenden, das den gewünschten Reinigungseffekt verbessert.

Zielanzeiger Busse: In Spandau gibt es sowohl die Bushaltestellen „Im Spektefeld“ als auch „Am Omnibushof“. In den Zielanzeigen der Busse wird die Präposition klein geschrieben, beim anderen Beispiel groß. Warum ist das so und kann man das nicht vereinheitlichen?

Wir haben zurzeit noch unterschiedliche Anzeigertechniken in unseren Bussen, die auch unterschiedliche Ergebnisse liefern – es gibt ab und zu Unregelmäßigkeiten in der Groß- und Kleinschreibung. Um diese zu umgehen, gibt es sogenannte „Übersetzungstabellen“, die aber nicht alle auftretenden Fälle abdecken können. Diese Problemstellung wird solange vorhanden sein, wie wir ältere Fahrzeuge in unserem Bestand haben.

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Büro der Vorstandsvorsitzenden/Vorstand Betrieb

aus SIGNAL 5/2016 (November 2016), Seite 17

 

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