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Zu wenig neue Straßenbahnwagen bestellt

Am 20.Oktober 1992 wurde zwischen der BVG und der AEG ein Rahmenvertrag über die Lieferung von 120 neuen Straßenbahnen geschlossen. Bestellt wurden für insgesamt rund 400 Mio DM Fahrzeuge des Typs GT6N (Bremer Niederflurfahrzeug). Die ersten 29 Gelenktriebwagen, die auch im Zugverbund fahren können, sollen zwischen Juni 1994 und März 1995 ausgeliefert werden. Die AEG wird die neuen Fahrzeuge im Werk Hennigsdorf fertigen lassen, wo etwa 50% der Wertschöpfung erfolgen soll. Der Vertrag sieht - erstmals bei der BVG - auch die Übernahme von Werkstattleistungen (Großreparaturen, Hauptuntersuchungen) vor. Die Züge sollen auf der Linie 4 eingesetzt werden, die als erste Berliner Strecke vollständig modernisiert werden soll.

Straßenbahnwagen
Sechsachsiger Niederflur-Gelenktriebwagen, ab 1995 im fahrplanmäßigen Einsatz auf der Linie 4, 29 dieser Wagen sind jetzt endlich bei der AEG bestellt worden, 91 sollen folgen. Aber die Zahl der neuen Fahrzeuge erreicht nicht annähernd den Umfang, der zum Einsatz für ausgemusterte Straßenbahnen und für den Betrieb neuer Strecken erforderlich ist. Foto: Frank Brunner

Damit ist die überfällige Bestellung von neuen Straßenbahnen nun endlich erfolgt, und mit 29 Fahrzeugen ist die erste Lieferrate sogar größer als erwartet ausgefallen. Daß Verkehrsenator Haase noch im August in der Öffentlichkeit wider besseren Wissens verkündete, neue Fahrzeuge könnten schon 1993 geliefert werden, sei nur noch am Rande erwähnt. Viel gravierender ist, daß sogar die Senatsverkehrsverwaltung bis zum Jahr 2000 einen Bedarf von ca. 340 neuen Straßenbahnwagen ermittelt hat, so daß der abgeschlossene Rahmenvertrag über 120 Fahrzeuge weit hinter dem Mindestbedarf zurückbleibt. Streckenstillegungen durch Fahrzeugmangel sind damit vorprogrammiert, und Streckenverlängerungen nach Westen kann es gar nicht geben. Hinzu kommt, daß selbst die Finanzierung der 120 Neubaufahrzeuge noch völlig offen ist: Der Senat hat nämlich bislang nur der Finanzierung für die erste Beschaffungsrate (29 Fahrzeuge) zugestimmt und kümmert sich ansonsten vorrangig um neue U-Bahnen.

IGEB

aus SIGNAL 9-10/1992 (Dezember 1992), Seite 9

 

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