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Gedanken zum Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg

(...) Anfang November gab der VBB ein Nachtragskursbuch für Berlin und Potsdam mit Stand 5. November 2000 heraus, das nun auch Fahrpläne des Potsdamer Stadtverkehrs enthält. Erst in letzter Minute wurde beschlossen, das Heft wieder kostenlos abzugeben; vorgesehen war eine Schutzgebühr von 1,- DM. Auch die Fahrplan-CD „Fahrinfo" wurde neu herausgegeben, hier wurden die Daten um die Angaben für NASA (Nahverkehr Sachsen-Anhalt) und WO (Verkehrsverbund Oberelbe) erweitert. Die Fahrplan-CD kann übrigens über das Internet mit Updates aktualisiert werden: Pech war alerade erst neu aufgenommen Daten alldrdings, daß nach dem ersten Update die von NASA und VVO nicht mehr verfügbar waren!

Fahrkartenschalter
Fahrkartenschalter U-Bahnhof Wittenbergplatz. Foto: Marc Heller, Dezember 1997

Weihnachts- und Silvesterverkehr: Wie bereits im vergangenen Jahr gaben BVG und S-Berlin Berlin GmbH in eigener Regie eine Broschüre für ihren Sonderverkehr für diese Tage heraus. Erstmals seit drei Jahren sind die wichtigen Angaben wieder in übersichtlicher Tabellenform abgedruckt. Wegen fehlender finanzieller Unterstützung fehlten allerdings auch diesmal die Hinweise zum Verkehr ins Berliner Umland (zum Beispiel Deutsche Bahn AG, Potsdam).

Anmerkung der Redaktion: von den üblichen Vorteilen, die ein Verkehrsverbund eigentlich bieten soll, ist man im VBB weit entfernt So zeichnet sich zum Beispiel bereits ab, daß von einem einheitlichen Fahrplanwechsel im Jahr 2001 bei weitem keine Rede sein wird.

Folgende Termine für Fahrplanänderungen sind bislang bekannt geworden, ohne daß diese Übersicht vollständig ist:

  • 7. 4. Potsdam
  • 10.6. Deutsche Bahn AG und eventuelle weitere Betriebe
  • 3. 9. Betriebe, die ihre Fahrpläne erst mit Beginn des neuen Schuljahres umstellen und
  • 16. 9. Berlin

In welcher sinnvollen Reihenfolge Kursbücher und eventuelle Nachträge Atlanten oder das Fahrinfo erscheinen werden, ist unklar. Mitte 2000 hatten BVG und S-Bahn Berlin GmbH einen Atlas für Berlin und Umgebung herausgegeben, in dem sämtliche Umlandlinien fehlten, und der VBB gab dafür einen Freizeitatlas ohne Linien im Stadtgebiet Berlins heraus! Das oben beschriebene Erscheinen der neuen Fahrplan-CD und ihre erweiteren Möglichkeiten wurden kaum bekannt gemacht.

Tunnel
S-Bahnhof Gesundbrunnen. Foto: Alexander Frenzel, Februar 2001

Bei den Linienbezeichnungen schafft die BVG das „N“ für Nachtlinien ab, während Potsdam und Havelbus (N12, N15, N16, N17, N43) diese Bezeichnung auch weiterhin beibehalten wollen. Auch der VBB-Tarif ist recht undurchschaubar und von einheitlichen Angebot welt entfernt, so gibt es bei mehreren Unternehmen Haustarife mit abweichenden Preisen und Regelungen, der Begriff „Kurzstrecke" wird sehr unterschiedlich definiert und selbst die Betriebe scheinen Schwierigkeiten bei der Interpretation zu haben. Mehrmals hat zum Beispiel DB Regio mit eigenen Angeboten (zum Beispiel Brandenburg-Ticket, 5-Tages-Fahrradkarte, Freizeitkombifahrkarten) den Tarif untergraben, und neuerdings werden dort sogar Umweltmonatskarten mit variabler Geltungsdauer für den Tarifbereich Berlin ausgegeben, obwohl dies der Tarif ausdrücklich nicht vorsieht!

Alles in allem hat hier schon der Fachmann seine Not, einen Überblick zu behalten, wie soll da erst der Normalverbraucher oder Gelegenheitsfahrgast die Angebote optimal nutzen und u.U. auf seinen fahrbaren Untersatz vor der Haustür verzichten?

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion "Blickpunkt Straßenbahn"

Arbeitsgemeinschaft Blickpunkt Straßenbahn

aus SIGNAL 1-02/2001 (März 2001), Seite 9

 

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