Berliner Verkehrsplanungen seit 1838

Fern-S-Bahn, Schnellstraßenbahn, U-Bahn nach Malchow

Verkehrswegeplanung erscheint heute als selbstverständliche Aufgabe des Staates. Doch der interessierte sich dafür zunächst vor allem aus militärischen Erwägungen. Das Ergebnis war eine unkoordinierte, nicht selten vornehmlich an Profitinteressen orientierte Entwicklung, deren Folgen man jahrzehntelang zu korrigieren versuchte. Zugleich wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts immer größere Pläne geschmiedet, insbesondere für den Ausbau des Schienenverkehrs. Doch nie wurden diese vollständig umgesetzt. Und obwohl die Vorhaben inzwischen meist deutlich bescheidenere Dimensionen haben, geht auch ihre Realisierung nur noch im Schneckentempo voran.

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Seit über 25 Jahren soll eine Straßenbahnstrecke zum Potsdamer Platz gebaut werden. Seit 2000 liegen dafür in der westlichen Leipziger Straße und auf dem Leipziger Platz bereits Gleise. Zwar ist inzwischen mit der Vorplanung für die Trasse begonnen worden, doch fahren dürfte die Tram hier frühestens Ende der 2020er Jahre. Foto: Jan Gympel

Als die Eisenbahn vor fast zweihundert Jahren ihren Siegeszug durch die Welt antrat und diese grundlegend veränderte, wusste die Obrigkeit in Preußen nicht so recht, wie sie darauf reagieren sollte: Die Bedeutung des neuen Verkehrsmittels wurde rasch deutlich, es selbst zu bauen, fehlte dem Staat jedoch das Geld. Überließ man es aber Privatunternehmen, Strecken zu errichten und zu betreiben, bedeutete dies zwangsläufig einen unerwünschten Machtzuwachs für das aufstrebende Bürgertum, welches über das notwendige Kapital verfügte.

Angesichts dieses Zwiespalts wurde die Entwicklung des modernen Schienenverkehrs in Preußen zunächst nicht konsequent befördert, zuweilen sogar behindert. Der Staat versuchte, sich über Gesetze Einfluss auf den Bahnsektor zu sichern, ohne sich finanziell zu engagieren. Wenn dabei Aspekte des Gemeinwohls eine Rolle spielten, dann nur, sofern man den Schutz gegen äußere Feinde dazu zählt.

Den Militärs war früh aufgegangen, welche Bedeutung die Eisenbahn bei der Kriegführung haben könnte. Schon wenige Jahre, nachdem 1838 zwischen Berlin und Potsdam die erste Dampfeisenbahn in Preußen in Betrieb genommen worden war, begann daher die Planung der Ostbahn: Sie sollte die Hauptstadt direkt mit der damaligen Ostgrenze verbinden. Das war zwar strategisch [...]




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Jan Gympel

aus SIGNAL 5-06/2018 (Dezember 2018/Januar 2019), Seite 21-27

 

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