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Protest gegen Pläne zur Einstellung der U15

Seit die U3 als U15 von Uhlandstraße bis Schlesisches Tor fährt, hat sich die Zahl der Fahrgäste auf der bisher unattraktiven Stummellinie vervielfacht. Dennoch planen einige BVG-Herren ernsthaft, diese wichtige, erst einen Monat alte Verbesserung bereits wieder zurückzunehmen! Ein unglaublicher Vorgang. Bereits Ende November gelangten diese Pläne an die Öffentlichkeit. Doch damals setzte sich die U15-Fraktion noch durch, nachzulesen in der auf Seite 11 abgedruckten Presseerklärung der BVG. Aber die Gefahren für das Fortbestehen der U15 sind keineswegs gebannt. Aus Fahrgastsicht gibt es jedoch gute Gründe, mit Nachdruck einen Erhalt dieses neuen Angebotes zu fordern:

  1. Schon jetzt sind die Züge gut besetzt. Doch sie werden noch viel voller werden. Denn zum einen brauchen viele Fahrgäste immer einige Zeit, um sich an neue Angebote zu gewöhnen - bei den Fachleuten der BVG rechnet man mit bis zu einem Jahr. Zum anderen meiden viele Fahrgäste noch die neuen U-Bahn-Angebote, abgeschreckt durch täglich neue Störungen und Verspätungen, auch wenn dies meist nur die U2 betrifft. Die derzeitigen Fahrgastzählungen können deshalb überhaupt nicht repräsentativ sein.
  2. Fahrgäste, die mit der U1/U15 von Kreuzberg, Tiergarten und Schöneberg kommen und auf die wichtige U-Bahn-Linie 9 umsteigen wollen, müssen ohne U15 in Spichernstraße statt Kurfürstendamm umsteigen. Der Bahnhof Spichernstraße ist jedoch für Umsteiger einer der beschwerlichsten im ganzen Berliner U-Bahn-Netz.
  3. Ohne U15 verschlechtert sich das Angebot zwischen Schlesisches Tor und Wittenbergplatz. Die Züge sind aber schon heute auf dieser Strecke überfüllt.

    Punkt 2. und 3 bedeuten: Wenn jetzt die U15 eingestellt wird, ist das Angebot für viele Fahrgäste sogar noch schlechter als vor dem 13. November.

  4. Wenn statt der U15 wieder nur die Stummellinie U3 fährt, muß die ganze Fahrgastinformation erneut umgestellt werden: neue Fahrpläne, neue Schilder auf den Bahnhöfen, neue Netzspinnen in allen Zügen und auf allen Bahnhöfen usw, eine unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern.
  5. Von Wittenbergplatz Richtung Schlesisches Tor würden viel mehr Fahrgäste die U15 nutzen, wenn endlich die Fahrgastinformation auf dem Bahnhof verbessert würde. Mittel- bis langfristig sollte der Bahnhof so umgebaut werden, daß die Züge von Krumme Lanke und Uhlandstraße am selben Bahnsteig in Richtung Kreuzberg und Friedrichshain (Warschauer Brücke) abfahren können. Ideen zu einem Umbau liegen bereits vor (s. Beitrag auf Seite 14 ).

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert deshalb alle Beteiligten auf, die Pläne zur Einstellung der U15 sofort aufzugeben!

IGEB

aus SIGNAL 9-10/1993 (Dezember 1993), Seite 12-13

 

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